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Wanderung-Werder-Wietkiekenturm-Ferch


Von Werder (Havel) zum Aussichtsturm am Wietkiekenberg. Meine Wanderung durch das Havelland.


Heute Morgen war ich schon wieder zeitig wach, gegen kurz nach 5 Uhr. Nachdem ich den Tag in Ruhe begonnen hatte, ging es gegen 7 Uhr aus dem Haus. Eigentlich wollte ich für die Anreise nach Charlottenburg von Spandau die S-Bahn nutzen, doch da diese kurzfristig entfiel, entschloss ich mich kurzerhand, die Regionalbahn um 07:37 Uhr zu nehmen. Da ich in Charlottenburg dort nicht lange warten musste, konnte ich um 07:51 Uhr direkt in den nächsten Zug nach Werder (Havel) umsteigen. Doch kaum saß ich im Zug, ereilte mich ein kleiner Schreck: Ich hatte einen Teil meiner Verpflegung vergessen einzupacken. Aber davon ließ ich mir die Laune nicht verderben – das große Ziel war schließlich der imposante Aussichtsturm auf dem Wietkiekenberg, der am Ende der rund 16,3 Kilometer langen Strecke auf mich wartete. Pünktlich um 08:20 Uhr erreichte ich meinen Startpunkt am Bahnhof Werder (Havel). Dort angekommen, startete ich mein GPS von Komoot, um meine abgespeicherte Tour mit dem „Knopf im Ohr“ aufzunehmen.



Über Wildpark West in Richtung Geltow


Der Weg führte mich zunächst in Richtung Wildpark West. Zwischen Wildpark West und Caputh bot sich mir ein besonderes Highlight: Man konnte wunderbar auf die Inselstadt Werder (Havel) mit ihrer markanten Altstadtinsel und der Heilig-Geist-Kirche blicken.


Blick Inselstadt Werder


Von dort aus orientierte ich mich weiter in Richtung Geltow, wie man unter anderem auf dem Wegweiser sehen kann.



Kunst und Geschichte in Geltow


​In Geltow, einem Ortsteil der Gemeinde Schwielowsee, begegneten mir gleich zwei besondere Holzskulpturen: Felicitas und Felix Krone. Beide stammen vom Bildhauer Albrecht Klink.

​Klink möchte mit seinen „Herren Krone“-Figuren den Menschen auf eine sympathische Weise dazu anregen, über den eigenen Wert nachzudenken. Anstatt alles zu ernst oder zu monumental zu nehmen, bringt er eine spielerische Leichtigkeit in das Thema „Würde und Stolz“.


Felicitas Krone Holzskulptur Geltow


Ganz in der Nähe fand ich zudem einen Gedenkstein, der perfekt die Stimmung vor Ort einfängt. Der Text darauf lautet:

„...Was dauernd hier fesselt..., das sind doch die Gaben der Natur, das ist ....die seltene Schönheit des Platzes. Es ist eine Brühlsche Terrasse am Schwielowsee“

(Th. Fontane)

Gedenkstein Theodor Fontane Geltow


Auf dem Weg nach Caputh und die Seilfähre „Tussy II“


​Weiter ging es in Richtung Caputh, wobei der Weg immer direkt am Wasser entlangführte. Unterwegs passierte ich die Seilfähre Tussy II, die die Orte Caputh und Geltow über die Havel verbindet. Die Autofähre ist bereits seit 1998 in Betrieb und ersetzte damals ein älteres Fährschiff.


Seilfähre Tussy || Caputh Geltow


Nach der Fährstelle führte mich der Weg weiter direkt am Caputher Gemünd entlang. Es war ein herrlicher Abschnitt: schön schattig, angenehm ruhig und einfach perfekt zu laufen.



Der finale Anstieg zum Wietkiekenberg


​Nachdem ich Caputh hinter mir gelassen hatte, wurde der Weg deutlich naturverbundener. Ich folgte der Beschilderung, unter anderem über den Huteeichenweg und konnte zwischendurch eine kurze Rast auf einem umgestürzten Baumstamm einlegen.



Doch dann gab mir Komoot an der die Anweisung, rechts abzubiegen – aber da war weit und breit kein Wanderweg, alles war komplett zugewachsen! Um wieder auf die richtige Position zu kommen, hieß es für mich kurzzeitig: „Höhen und Tiefen meistern“ und quer durch den Wald schlagen.Nach einigem Querfeldein-Laufen traf ich dann glücklicherweise wieder auf einen offiziellen Wanderweg, der mich schließlich direkt zu meinem Ziel brachte. Kurz vor dem Aussichtsturm auf dem Wietkiekenberg ging es dann natürlich noch einmal sandig bergauf.



Oben angekommen, stand ich dann endlich vor dem Wietkiekenturm.


Wietkiekenturm Aussichtsturm


Der Aufstieg


Um die Aussicht in die Umgebung in vollen Zügen zu genießen, hieß es für mich: erst einmal die 113 bis 118 Stufen der gewinkelten Stahltreppe erklimmen. Der Aufstieg zur 122 Meter hoch gelegenen, überdachten Aussichtsplattform hat sich absolut gelohnt – der Blick über die Havellandschaft ist einfach fantastisch! Die Informationstafel vor Ort verrät zudem einige spannende Details zum Standort.

Bei guter Sicht reicht der Blick von hier oben weit über den Schwielowsee bis nach Potsdam, zum Berliner Fernsehturm oder in die Gegend um Kloster Lehnin.

 


Wieder sicher unten am Turm angekommen, hatte ich noch etwas Zeit übrig. Ich fand eine gemütliche Sitzgelegenheit, die perfekt für meine Rast war. Dort habe ich mir in aller Ruhe mein selbst mitgebrachtes Proviant schmecken lassen: zwei Scheiben Toast und die Tomaten von zu Hause. Da ich morgens im Eifer des Gefechts meine Dosenwurst vergessen hatte, hatte ich diese vorher noch schnell bei REWE in Schwielowsee-Geltow (Hauffstraße 34, 14548) gekauft. Im gleichen Laden war auch der Bäckereistand Exner, an dem ich mir zusätzlich eine Brezel geholt hatte. Als die Verkäuferin 2,85 € verlangte, fragte ich skeptisch: „Ist die für diesen Preis wenigstens schön weich?“ Erst daraufhin klärte sie mich auf, dass die Brezel mit Salzbutter gefüllt sei. Das war von außen absolut nicht zu erkennen, da sie ganz normal am Stand hing und nicht aufgeschnitten war. Es ist mir ein Rätsel, wie die Bäcker die Butter hineinbekommen haben – wahrscheinlich wird sie mit einer feinen Spritze in den Teig eingearbeitet, sodass man von außen kaum etwas davon sieht. Im direkten Vergleich musste ich beim Essen doch wieder an meine Wanderungen der letzte Woche in Garmisch denken: Dort waren die Brezeln am Bahnhof aufgeschnitten und dick mit frischer Butter bestrichen – das war qualitativ einfach eine ganz andere Liga und etwas günstiger als diese 2,85-€-Brezel. 



Auf dem Weg Richtung Bushaltestelle kam ich dann noch am Restaurant „Zum Schwälbchen“ (Burgstraße 22, 14548 Schwielowsee, vorbei. Es ist ein wirklich verstecktes, uriges Lokal mit einer wunderschönen überdachten Terrasse das ich richtig gemütlich fand. Da es aber erst später öffnete, blieb es bei einem kurzen Blick – aber für ein gemütliches Essen wäre das sicher eine tolle Adresse gewesen. Ein sicherlich guter Tipp von mir!


Zum Schwälbchen Restaurant am Schwielowsee


Rückreise mit Hindernissen und ein Déjà-vu


​Nachdem ich meine Rast beendet hatte, machte ich mich auf den Weg zur Bushaltestelle. Um genau 12:54 Uhr trat ich von der Haltestelle Ferch, Strandbad  meine Rückreise an.



Eigentlich wäre der Bahnhof Ferch-Lienewitz eine Option gewesen, doch wie ich vorab feststellen musste, fährt dort derzeit aufgrund massiver Bauarbeiten der DB InfraGO AG generell kein Zug. Die Strecke zwischen Beelitz Stadt und Potsdam Hbf ist im Zeitraum vom 20. Juni bis zum 31. Juli 2026 komplett gesperrt.

​Also wich ich auf den Bus der Linie 607 aus, der mich in etwa 28 Minuten bequem zum Potsdamer Hauptbahnhof brachte. Von dort aus ging es dann mit der Regionalbahn weiter bis nach Berlin-Charlottenburg, wo ich in die S-Bahn umstieg, um schließlich in Spandau anzukommen. Die letzten Meter nach Hause legte ich dann noch einmal mit dem Bus zurück.

​Nach meiner Rückkehr in meinen Bezirk stattete ich meinem REWE einen Besuch ab – und hatte ein echtes Déjà-vu-Erlebnis: Als ich den Laden betrat, dachte ich für einen Moment, ich stünde wieder im REWE in Mittenwald, wo ich vor ein paar Tagen noch war! Die Anordnung der Produkte und der Regalsysteme war dort fast identisch zu der im Mittenwalder Markt, was mich doch sehr an meine Zeit im Gebirge erinnerte. Für mich persönlich war diese Tour mit insgesamt 16,2 Kilometern eine normale Wanderung, besonders wenn man bedenkt, dass ich erst vor einer Woche aus dem Gebirge zurückgekehrt bin. Es war eine normale Strecke, genau die richtige Herausforderung bot.

​Wer meine Route gerne nachwandern möchte: Hier findet ihr die abgeschlossene Tour direkt auf meinem Komoot-Profil.


Fazit


​Rückblickend war die Tour zum Wietkiekenberg genau das richtige Programm, um nach meiner Zeit im Gebirge wieder sanft in die brandenburgische Natur einzutauchen. Auch wenn die 16,2 Kilometer für mich eher eine „normale“ Wanderung waren, haben die sandigen Aufstiege und die Aussicht vom Turm für eine willkommene Abwechslung gesorgt. Ich habe heute der Wärme einfach die kalte Schulter gezeigt – für mich ist die Hauptsache, dass ich in Bewegung bleibe, egal wie heiß es ist. Ich bin auf jeden Fall bestens eingestimmt und plane bereits weiter: Übermorgen, am Donnerstag, habe ich voraussichtlich schon die nächste kleine Tour geplant.



Hier sind meine letzten drei Wanderungen in Berlin-Brandenburg.