Zurück von den Bergen: Heimreise im ICE
Mittlerweile befinde ich mich entspannt im ICE 1008 auf dem Weg von München zurück nach Berlin. Auf meiner letzten Wanderung ab dem Kranzberg kam ich mit einem älteren Paar ins Gespräch. Ich erzählte ihnen ganz offen von meiner eigenen inneren Unruhe und davon, dass ich trotz hoher körperlicher Aktivität einfach nicht müde werde. Daraufhin berichteten sie mir, dass ihre 10-jährige Enkelin mit ganz ähnlichen Problemen kämpft und ebenfalls Schwierigkeiten beim Einschlafen hat. Erst als ich erwähnte, dass ich über solche persönlichen Erlebnisse auf meinem Blog schreibe, entdeckten sie mein Rucksack-Schild und wurden so direkt auf meine Seite aufmerksam. Dieses Gespräch hat mich noch einmal darin bestärkt, offen über meine eigenen Herausforderungen zu schreiben.
Meine Sitzplatzreservierung habe ich ganz unkompliziert mit dem Smartphone eingecheckt. Wenn alles planmäßig läuft, werde ich voraussichtlich zwischen 16:30 - 17.00 Uhr wieder zu Hause in ankommen. Die neun Tage in den Alpen waren landschaftlich absolut traumhaft und sehr angenehm. Das Zimmer in der Unterkunft kann ich auf jeden Fall allen Wanderern weiterempfehlen, denen eine etwas einfache Variante ausreicht und die eine günstige Unterkunft suchen. Allerdings gab es für mich persönlich einige Herausforderungen: Da ich trotz meiner gewohnten Medikation nicht einschlafen konnte und nicht müde wurde, musste ich auf Zopiclon als Bedarfsmedikation zurückgreifen. Das kenne ich leider auch aus anderen Ferienwohnungen: Manchmal funktioniert das Einschlafen problemlos, mal eben nicht – es ist wie bei den Phasen eines Vollmonds. Durch mein ADHS und diesen gestörten Schlaf war ich in der Unterkunft phasenweise sehr unruhig und zudem extrem sensibel gegenüber dem Verkehrslärm von der Straße. Selbst bei geschlossenem Fenster war immer wieder ein leichtes Rumpeln oder Poltern zu hören, was für mich sehr störend wirkte. Das ist vergleichbar mit einer Theateraufführung, bei der jemand permanent hustet – es stört einfach den gesamten Fokus. Im Vergleich dazu hatte ich letztes Jahr ein anderes Zimmer mit Balkon zur gegenüberliegenden Seite; das war deutlich ruhiger, dort hörte ich nur die Regionalbahn fahren.
Mein Tipp für alle, die ähnlich empfindlich auf Geräusche reagieren: Nehmen Sie sich am besten einen Kapselgehörschutz mit. Für mich ist dieser unverzichtbar, um störende Geräusche konsequent auszublenden. Unter dem Kapselgehörschutz trage ich dann meine Mini-Kopfhörer, über die ich ganz entspannt Musik oder YouTube-Videos hören kann. Das gilt übrigens nicht nur auf Reisen: Auch zu Hause muss ich zeitweise Schlafbedarf in der Wohnung nehmen und trage ganztags dabei diese Kombination, da ich es oft nicht mehr ertragen kann, wenn andere Menschen direkt um mich herum wohnen. Das hat mir gezeigt, wie wichtig Ruhephasen für mich sind, um die Wanderungen trotz dieser speziellen Konstitution richtig genießen zu können.
Jetzt freue ich mich darauf, wieder in Berlin zu sein, bevor es nächste Woche direkt weitergeht – die Bewegung tut mir einfach gut!
Wie ich meinen Alltag und meine Ruhephasen als ‚Wächter meines eigenen Raums‘ in Berlin organisiere, habe ich bereits in meinem Rückblick vom Juni 2025 detailliert beschrieben.
Meine letzten drei Wanderberichte in den Alpen
- 24. Juni 2026: Wanderbericht-Hoher-Kranzberg-Schloss-Elmau-Klais
- 23. Juni 2026: Wanderung Osterfelderkopf zur Kreuzeckbahn
- 22. Juni 2026: Wanderung-Gschwandtkopf-Seefeld
