Mein Start der Wanderung zum Seebensee und Drachensee
Auf Reisen brauche ich keinen Wecker, denn ich bin ohnehin ein absoluter Frühaufsteher und meistens schon gegen 06:00 Uhr wach. Für den heutigen Tag hatte ich mir ein ganz besonderes Highlight vorgenommen: die Wanderung zum Seebensee und weiter zum Drachensee bei Ehrwald. Nach dem frühen Aufstehen habe ich mich direkt von meiner Unterkunft in Mittenwald auf den Weg zum Bahnhof gemacht. Die Vorfreude auf die Bergseen war der beste Wachmacher.
Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln verlief absolut reibungslos. Gegen 07:38 Uhr rollte die Regionalbahn RB 6 aus dem Bahnhof. Nach dem Umstieg in Garmisch-Partenkirchen ging es mit der Außerfernbahn (RB 60) weiter durch die wunderschöne Alpenlandschaft bis nach Österreich zum Bahnhof Ehrwald Zugspitzbahn. Dort passte der Anschluss perfekt: Der Regionalbus der Linie 1 wartete schon am Vorplatz und brachte mich in einer kurzen Fahrtzeit von 10 Minuten direkt zur Talstation.
Die Fahrtstrecke im Überblick
Die Route von Mittenwald bis zur Talstation der Ehrwalder Almbahn erfolgt in drei einfachen Etappen:
- Von Mittenwald nach Garmisch-Partenkirchen: Die Tour startet am Bahnhof Mittenwald mit der Regionalbahn RB 6 in Richtung Garmisch.
- Mit der Außerfernbahn nach Österreich: In Garmisch-Partenkirchen erfolgt der Umstieg in die RB 60 (Außerfernbahn) in Richtung Pfronten-Steinach. Das Ziel für den Ausstieg ist der Bahnhof Ehrwald Zugspitzbahn.
- Der Anschlussbus zur Bergbahn: Direkt am Bahnhofsvorplatz in Ehrwald (Bussteig A) wartet der Regionalbus der Linie 1. Dieser benötigt eine kurze Fahrtzeit von 10 Minuten direkt bis zur Ehrwalder Almbahn Talstation.
Ticket-Tipp: Kostenlos fahren mit der Gästekarte bis Griesen
Ein genialer Sparvorteil für Übernachtungsgäste wurde mit der Tarifreform zum 01.01.2026 eingeführt: Die örtliche Gästekarte (AlpenweltCard) für Mittenwald, Krün und Wallgau gilt seither als kostenloses Ticket für die Regionalbahn im gesamten MVV-Bereich (Zone 5–12). Das bedeutet, dass die Zugfahrt von Mittenwald nach Garmisch-Partenkirchen und die Weiterfahrt mit der Außerfernbahn komplett in der Karte enthalten sind – allerdings nur bis zum letzten deutschen Haltepunkt Griesen (Oberbayern). Ab Griesen gilt die Gästekarte nicht mehr.
Um die Fahrtkosten für den gesamten Ausflug so gering wie möglich zu halten, wird die Buchung einfach wie folgt aufgeteilt:
Die Anreise über die Grenze hinweg kann bei der Ticketwahl manchmal für Unsicherheit sorgen. Damit Sie entspannt an Ihr Ziel kommen, gilt dieser Hinweis primär für Gäste, die im Besitz der AlpenweltCard sind. Hier ist meine persönliche Lösung für den gesamten Ausflug:
- Von Mittenwald bis Griesen (Oberbayern): Für diesen ersten Teil der Strecke benötigen Sie keine Fahrkarte, sofern Sie im Besitz der Gästekarte (AlpenweltCard) sind, da die Fahrt komplett durch diese abgedeckt ist.
- Von Griesen bis Ehrwald Zugspitzbahn: Ab dem Grenzbahnhof Griesen habe ich mein Ticket direkt über die DB-App gelöst. Die Kosten für diese Strecke beliefen sich auf 4,30 €.
- Vom Bahnhof Ehrwald bis zur Talstation: Für die letzte Etappe, den Anschlussbus zur Talstation der Ehrwalder Almbahn, habe ich mein Ticket direkt beim Busfahrer gekauft. Das hat mich 1,60 € gekostet.
Der perfekte Zeitplan für Frühaufsteher
Wer die erste Gondel der Seilbahn frühzeitig erwischen möchte, um den Hauptansturm zu umgehen, nutzt am besten diesen exakten Fahrplan:
- 07:36 Uhr: Abfahrt am Bahnhof Mittenwald mit der RB 6.
- 08:29 Uhr: Ankunft am Bahnhof Ehrwald (nach Umstieg in Garmisch).
- 08:35 Uhr: Abfahrt mit dem Regionalbus Linie 1 direkt am Vorplatz.
- 08:45 Uhr: Pünktliche Ankunft an der Talstation der Ehrwalder Almbahn.
Auffahrt mit der Ehrwalder Almbahn
Nachdem ich die Anreise erfolgreich hinter mich gebracht hatte, erreichte ich die Talstation der Ehrwalder Almbahn. Dort löste ich ein Berg- und Tal-Ticket zum Preis von 26,00 €. Da der Betrieb reibungslos lief, konnte ich unmittelbar im Anschluss in die Gondel steigen. Die Auffahrt selbst ist ein Erlebnis für sich: In etwa 10 Minuten gewinnen Sie an Höhe und genießen dabei einen ersten herrlichen Blick auf die Umgebung, bis Sie schließlich entspannt an der Bergstation ankommen.
Wanderung von der Bergstation zum Seebensee
Oben an der Bergstation angekommen, empfing mich eine beeindruckende Bergkulisse. Der Weg zum Seebensee ist ein wahres Erlebnis für alle Sinne: Überall erwartet Sie sattes, leuchtendes Grün, und die Kulisse wird untermalt vom harmonischen Glockengeläute der Kühe, die friedlich auf den Weiden grasen.
Was den Wegverlauf angeht, so ist die Wahrnehmung natürlich individuell. Für mich persönlich war die erste große Strecke sehr gut begehbar – es gibt zwar minimale Steigungen, doch diese ließen sich für mich sehr angenehm bewältigen. Ich habe diesen Abschnitt sogar problemlos ohne Wanderstöcke gemeistert, da die Wege gut ausgebaut sind. Zudem ist alles hervorragend ausgeschildert, sodass man sich gar nicht groß verlaufen kann.
Wichtige Planungstipps:
- Distanz: Planen Sie für den Weg von der Bergstation bis zum Seebensee eine Distanz von ca. 5,5 bis 6 Kilometern ein. Zu Fuß sollten Sie hierfür etwa 1,5 bis 2 Stunden Zeit einplanen. Zur Coburger Hütte weitere 45-60 Minuten.
- Zeitdruck vermeiden: Beachten Sie unbedingt, dass die letzte Talfahrt der Ehrwalder Almbahn bereits um 16:30 Uhr stattfindet. Wenn Sie den Besuch des Seebensees und des Drachensees mit einer gemütlichen Mittagspause auf der Coburger Hütte verbinden möchten, ist ein früher Start am Morgen unerlässlich. Sollten Sie die Zeit oben unterschätzen, müssten Sie den kompletten Rückweg bis ins Tal zu Fuß bewältigen, was deutlich mehr Zeit und Kraft in Anspruch nimmt.
Pause am Seebensee: Begegnungen und Genuss
Gegen 10:30 Uhr erreichte ich den Seebensee – und der Anblick war schlichtweg atemberaubend. Der See ist ein echtes Naturwunder: Eingebettet in das Mieminger Gebirge, wird das kristallklare Wasser von markanten Gipfeln wie der Ehrwalder Sonnenspitze, dem Vorderen Tajakopf und dem Vorderen Drachenkopf eindrucksvoll umrahmt. Es ist faszinierend zu wissen, dass dieser Hochgebirgssee seinen Ursprung in der Eiszeit hat. Mit einer Länge von rund 400 Metern und einer maximalen Tiefe von 30 Metern wirkt er bei diesem Panorama fast wie gemalt.
Meine Ankunft dort war zudem von einer schönen Begegnung geprägt: Ich traf ein junges Paar, mit dem ich kurz ins Gespräch kam. Wir haben uns gegenseitig fotografiert, was eine tolle Erinnerung an diesen Tag ist. Nach diesem netten Austausch legte ich eine wohlverdiente Zwischenmahlzeit ein. Mitgebracht hatte ich einen Bananenkuchen – ein selbstgemachter Proviant aus Berlin –, den ich in dieser traumhaften Kulisse genoss. Ein paar Schlucke zu trinken und dabei das Panorama auf mich wirken zu lassen, war genau der richtige Energiekick für die nächste Etappe.
Aufstieg zur Coburger Hütte und zum Drachensee
Nach der erholsamen Pause am Seebensee stand die nächste Etappe an: der Aufstieg zur Coburger Hütte. Dieser Weg ist deutlich anstrengender als der erste Abschnitt und erfordert etwas mehr Kondition. Doch der Aufstieg hat einen großen Vorteil: Während man sich bergan arbeitet, kann man immer wieder den Blick zurückwerfen und die Aussicht auf den Seebensee genießen – man sieht genau den Weg, den man gerade erst hinter sich gelassen hat.
Oben angekommen, wartet die ultimative Belohnung: Der Drachensee liegt direkt neben der Coburger Hütte. Er liegt auf rund 1.910 Metern Höhe und ist ein faszinierendes Ziel. Was ihn so besonders macht, ist seine Lage in der rauen Felskulisse, umgeben von markanten Gipfeln wie der Sonnenspitze und dem Drachenkopf. Es ist ein ganz eigenes Erlebnis, hier oben zu stehen und zu sehen, wie der See förmlich in die Berge eingebettet ist.
Für mich war das der perfekte Ort für die Mittagspause: Ich habe es mir auf der Außenterrasse der Coburger Hütte gemütlich gemacht. Dort habe ich mir herzhafte Käsespätzle mit einem frischen Salat und ein Mineralwasser mit Kohlensäure bestellt – für insgesamt rund 21,00 €. Bei diesem Ausblick schmeckte das Essen gleich noch einmal so gut!
Ein wichtiger Hinweis für Ihre Planung: Falls Sie wie ich ein Berg- und Tal-Ticket für die Ehrwalder Almbahn gelöst haben, sollten Sie den Zeitplan gut im Blick behalten – die letzte Talfahrt ist bereits um 16:30 Uhr. Wer ohne Bahnticket wandert, genießt natürlich mehr Freiheit bei der Rückkehr. Alle anderen sollten jedoch rechtzeitig den Abstieg antreten, um diesen ohne Zeitdruck genießen zu können.
Der Rückweg: Vom Drachensee zur Talstation und die Heimreise
Nachdem ich die Aussicht und das Essen auf der Coburger Hütte in vollen Zügen genossen hatte, machte ich mich an den Abstieg. Der Weg hinunter vom Drachensee zurück zum Seebensee führt über steiniges Gelände. Doch man findet sich sehr gut zurecht: Der Pfad ist durchgehend rot markiert, sodass man jederzeit genau weiß, wo es langgeht.
Wieder an der Bergstation der Ehrwalder Almbahn angekommen, legte ich eine letzte Pause im Tiroler Haus ein. Dort gönnte ich mir eine erfrischende Buttermilch mit Waldfrucht, bevor ich entspannt mit der Bergbahn ins Tal fuhr.
Was ich bei der Planung allerdings unterschätzt hatte: Ich hatte mich nicht vorher über die genauen Zugverbindungen informiert. Da zur Mittagszeit eine Lücke im Fahrplan herrschte – um 14:31 Uhr fuhr kein Zug – nutzte ich die Zeit für einen kurzen Abstecher in den Supermarkt Spar in Ehrwald. Mit einem Pudding und einer Milch bewaffnet, machte ich es mir schließlich am Bahnhof gemütlich und wartete dort auf die Verbindung um 15:31 Uhr zurück in Richtung Garmisch-Mittenwald. Ein langer, aber absolut lohnenswerter Tag in den Bergen, bei dem man eben auch mal die Zeit vergessen darf!
Fazit und Ausicht auf morgen
Die Wanderung zum Seebensee und weiter hinauf zum Drachensee ist ein absolutes Muss, wenn man in der Region um Ehrwald unterwegs ist. Die Kombination aus dem smaragdgrünen Wasser des Seebensees und der rauen, alpinen Kulisse rund um den Drachensee mit der Coburger Hütte ist einfach beeindruckend. Auch wenn der Aufstieg zur Hütte schweißtreibend ist, entschädigt der Ausblick bei einer herzhaften Portion Käsespätzle für alle Mühen. Für mich war es ein rundum gelungener Tag in den Bergen – und ein toller Vorgeschmack auf das, was in den nächsten Tagen noch folgt. Morgen geht es für mich dann weiter mit einer Tour zum Eibsee, ich bin schon sehr gespannt auf die Eindrücke dort!
Meine letzten drei Wanderungen in den Alpen
- 17. Juni 2026: Wandern von Mittenwald nach Krün entlang der Buckelwiesen
- 16. Juni 2026: Anreise-Mittenwald-Bahnfahrt-Alpen
- 09. Februar 2026: Kleinwalsertal-Höhenweg-Riezlern-Mittelberg-Baad



























