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Kleinwalsertal-Höhenweg-Rietzlern-Mittelberg-Baad


Das große Finale: Mein Abschied vom Kleinwalsertal


Kaiserwetter wie angekündigt!

Was für ein Abschied! Wie angekündigt, zeigte sich der Himmel heute Morgen schon ab 08:30 Uhr von seiner besten Seite: Strahlendes Blau von Anfang an. Perfekte Bedingungen für mein Finale.


Einsame Pfade und ein Blick auf Hirschegg


Nach dem Start in Riezlern an der Post ging es über die Zwerwaldstraße zum Bauernhof Xond und hinauf auf den Panorama-Höhenweg. Auf diesem ersten Abschnitt war ich fast komplett alleine unterwegs. Nur 5 bis 10 Minuten nach dem Start öffnete sich der Blick auf Hirschegg mit seiner markanten evangelischen Kreuzkirche. Dahinter thronte majestätisch das gewaltige Plateau des Hohen Ifen im Sonnenlicht.


Ein Meisterstück der Zimmerleute: Die Höflerbrücke


Auf dem Weg nach Mittelberg passierte ich die Höflerbrücke, eine beeindruckende, freitragende Holzkonstruktion in 10 Metern Höhe über der Breitach. Die Geschichte dieses Ortes ist bewegt:

  • Wiederaufbau: Die heutige Brücke wurde nach der Zerstörung durch das Hochwasser vom 23. August 2005 neu errichtet (Kosten: 170.000 Euro).
  • Historisches Unglück: Schon 1891 wurde hier erstmals eine Brücke gebaut. Diese wurde jedoch am 31. Januar 1907 von einer gewaltigen Staublawine vom Heuberg einfach auf die andere Talseite gefegt.
  • Seltenheit: Einst gab es elf solcher gedeckten Brücken im Tal – heute existieren nur noch drei dieser Meisterstücke.

Zwischenstopp in Mittelberg & Weiterweg nach Baad


In Mittelberg angekommen, legte ich eine kurze Pause ein. Ich nutzte die Zeit für eine und sprang noch kurz in den örtlichen Supermarkt.

Dort kaufte ich eine leckere Alpenmilch.


 

Danach startete ich auf den sonnigen Winterwanderweg Richtung Baad. Über den Stützeweg ging es leicht ansteigend durch freie Hanglagen und kleine Siedlungen wie den Erleboden und den Alpenwald. Dieser Panoramaweg bot fast durchgehend eine fantastische Aussicht auf die Gipfel rund um das Gemsteltal. Kurz nach dem höchsten Punkt im Alpenwald führte mich ein Weg dann etwas steiler direkt hinunter nach Baad.

Unterwegs passierte ich das Gebiet Alpenwald, ein geschichtsträchtiges Weidegebiet, das bereits 1537 als „Kuowaiden“ urkundlich erwähnt wurde. Kurz vor Baad kam ich auch an der Stelle vorbei, wo das „Chalta Bächle“ aus dem Fels tritt – im Sommer eine sprudelnde Quelle, heute ein ruhiger Zeuge der Natur am Wegesrand.

 

Einkehr in Baad: Ein süßes Déjà-vu

 

In Baad angekommen, besuchte ich zuerst noch die Kapelle. Nach dem kurzen "Thermoskannen-Schreck" gab es die Belohnung im Café-Restaurant Kuhstall: Eine herrlich frische Apfel-Schmand-Torte und dazu ein kühles Bier, das ich draußen in der Sonne genossen habe.

Während ich dort so saß, kamen die Erinnerungen hoch: Schon im Sommer 2024 war ich hier in Baad am Ziel, allerdings nach einer ganz anderen Tour. Damals startete ich oben an der Bergstation der Walmendingerhornbahn (1990 m) und bin den alpinen Weg über die Obere Lüchlealpe hinuntergelaufen.

Diesen Weg konnte ich heute natürlich nicht gehen, da er im Winter für Wanderer gesperrt ist.

Es war spannend, den Ort jetzt aus der Winter-Perspektive zu erleben.

 

Bodenverhältnisse & Trittsicherheit

 

Die Wege waren heute winterlich gemischt, aber gut machbar. Ich vertraue auf meine Trittsicherheit und konnte die gesamte Strecke souverän ohne Wanderstöcke und ohne Grödel meistern.

 

Wintersport pur und Frühlingsgefühle

 

Der Winter war heute in voller Fahrt! Alle Skilifte waren in Betrieb und es waren haufenweise Skifahrer unterwegs. Bei der Alpe Alpenwald genossen viele die Wärme auf der Terrasse. Die Sonne auf der Haut fühlte sich fast schon exzessiv an – ein richtig frühlingshafter Moment!

 


Abschied und Ausblick


Jetzt warte ich auf den Walserbus der Linie 1 zurück nach Oberstdorf. Ein bisschen wehmütig bin ich schon, aber die Vorfreude auf das nächste Abenteuer wächst: Im Juni geht es für neun Tage nach Mittenwald. Dort habe ich mir unter anderem die Höllentalklamm und den Seebensee vorgenommen. Und eines ist sicher: Nächstes Jahr komme ich wieder nach Oberstdorf! Wahrscheinlich Ende September oder Anfang Oktober, um die goldene Herbst-Variante zu genießen.