Naturerlebnis vor der Haustür: Ein Streifzug durch die Spandauer Rieselfelder
Wir nutzen das sonnige Wetter und wandern unsere 5 km ungefähr. Das Grün zeigt sich von seiner besten Seite auf den Rieselfeldern. Heute Morgen ging es für Christina und mich wieder raus in die Natur. Unsere Tour startete ganz entspannt mit dem Bus der Linie 135. Wir sind bis zur Haltestelle Landschaftsfriedhof Gatow gefahren und von dort aus direkt in unser heutiges Wanderabenteuer gestartet. Die Strecke für diese Runde durch die Spandauer Rieselfelder hatte ich mir vorab bei Komoot herausgesucht.
Ein Ort mit Geschichte und biologischer Funktion
Die Rieselfelder Karolinenhöhe sind nicht nur ein schönes Ausflugsziel, sondern haben eine interessante Geschichte. Sie entstanden im 19. Jahrhundert als eines von insgesamt 20 Berliner Rieselfeldern. Die Anlage geht auf die Ideen von James Hobrecht und Rudolf von Virchow zurück und diente über lange Zeit der biologischen Reinigung von Abwasser.
Heute ist das Gelände ein geschütztes Landschaftsschutzgebiet, in dem die unberührte Natur im Vordergrund steht. Zahlreiche kleine Pfade führen durch die wunderschöne Landschaft und laden zum Wandern ein.
Unterwegs auf der Karolinenhöhe
Man vergisst auf der Karolinenhöhe fast, dass man sich noch mitten in der Hauptstadt befindet. Die Weite der Flächen und die Ruhe unter den Bäumen sind ideal, um den Alltag hinter sich zu lassen. Wir haben die frische Morgenluft genossen und die Runde für ausgiebige Gespräche genutzt. Die Wege sind angenehm zu laufen und bieten immer wieder neue Ausblicke auf die naturbelassenen Flächen. Komoot zeigt auch an, dass man von hier aus nur kurz einen Abstecher zum Jaczoturm machen kann. Da wir dort aber erst vor geraumer Zeit waren, haben wir heute darauf verzichtet.
Die massiven Betonplatten: Zeugen der Vergangenheit
Was einem auf der Wanderung sofort ins Auge sticht, sind die großen Betonplatten, die man in regelmäßigen Abständen überall auf den Wiesen sieht. Das sind die Überreste der historischen Absetzbecken der Rieselfelder.
Früher wurde das ungeklärte Abwasser hierher gepumpt, und in diesen massiven Becken konnten sich schwere Stoffe absetzen, bevor das Wasser auf die Felder geleitet wurde. Der Beton sorgte für Stabilität, damit schwere Maschinen die Sedimente regelmäßig ausräumen konnten, ohne im Schlamm zu versinken. Heute, da die Rieselfelder stillgelegt sind, wächst das Gras durch die Fugen im alten Beton. Das erzeugt eine ganz eigene „Lost Place“-Stimmung mitten in der Natur.
Abschluss auf dem Gatower Bauernweg
Zum Schluss ging es, wie die Komoot-Route uns den Weg zeigte, über den Gatower Bauernweg. Dieser letzte Streckenabschnitt war noch einmal ein echtes Highlight mit herrlich viel Grün. Der Pfad ist toll ausgeschildert und erinnert uns daran, wie wichtig die Rücksichtnahme auf das Wild und die Natur ist. Direkt am Wegesrand gab es noch etwas Schönes zu beobachten: Wir sind an einer Pferdekoppel vorbeigekommen, wo eine Gruppe von Pferden die morgendliche Ruhe genoss. Ein perfekter Ausklang für unsere Tour!
Mein Fazit
Die Kombination aus Naturerlebnissen und der historischen Bedeutung, die man an den alten Betonbecken noch gut erkennen kann, macht die Rieselfelder zu einem besonderen Ziel im Berliner Westen. Wer nach der Wanderung noch Lust auf Kultur hat, kann einen Abstecher zum Militärhistorischen Museum oder zum Fort Hahneberg einplanen.
Hier ist noch mal der Link zur heutigen Route auf Komoot.
Meine drei letzten Wanderungen:
- 08. Mai 2026: Von der Wuhlheide zum Wolkenhain
- 29. April 2026: Wanderung Marquardt – Nedlitz – Fahrlandersee – Siegbundwiesen
- 22. April 2026: Havelland-Tour – Golm – Grube – Nattwerder – Zernsee














