· 

​18 Jahre Eckernförde: Strandgenuss statt Bus-Ärger


Samstag in Eckernförde: Unser entspannter Gammeltag am Strand


​Heute war bei uns das Motto: Nichts muss, alles kann! Nach dem Frühstück stand eigentlich ein kleiner Ausflug Richtung Rathaus auf dem Plan. Wir wollten bequem mit der Buslinie 1 fahren. Wir standen pünktlich um 8:00 Uhr an der Bushaltestelle, der Bus sollte um 8:02 Uhr kommen – doch er kam nicht. Eine andere wartende Frau bestätigte uns frustriert, dass genau diese Verbindung schon vor kurzem nicht funktioniert hat. Inzwischen haben wir es uns daher angewöhnt, jeden Morgen direkt zu Fuß zu gehen. Das funktioniert für uns wesentlich sicherer und zuverlässiger, als an der Haltestelle zu stehen und auf einen Bus zu hoffen, der vielleicht gar nicht kommt. Der Weg von unserer Ferienwohnung aus ist eigentlich relativ schnell gemacht: Über die Bystedtredder geht es den Kirchweg entlang, weiter über den Petersberg, dann runter über die Holzbrücke und schließlich entspannt am Hafen entlang direkt zum Strandkorb.


Eckernförde Petersberg

Blick vom Petersberg auf den Hafen von Eckernförde


Schon um 8:45 Uhr waren wir an unserem Strandkorb. Besonders praktisch: Den Strandkorb hatten wir bereits bequem von Berlin aus über die Beach Now App gebucht. Vor Ort lässt sich das Schloss ganz einfach via Bluetooth öffnen – man hält das Smartphone an das Schloss, berührt das Logo in der App, und schon lässt sich der Bügel hochziehen.

 

Anleitungstafel zur Nutzung der Beach Now App und Strandkorb-Chips in Eckernförde: Schritt-für-Schritt-Erklärung zum Öffnen und Abschließen der Strandkörbe per Smartphone oder Chip.“


So spart man sich den Weg zur Tourismusinformation und kann direkt am Ostseestrand entspannen.

​Zu dieser frühen Stunde war noch alles wunderbar ruhig und nur wenige Leute waren unterwegs. Die Ostsee wirkte dabei einfach nur richtig beruhigend auf uns.



Zum Mittagessen sind wir dann in die Kieler Straße spaziert und haben uns beim „Kochlöffel“ gestärkt.

 

Mittagessen Kochlöffel Eckernförde


Gut gesättigt ging es für uns danach direkt wieder zurück an den Sandstrand und zu unserem gebuchten Strandkorb. Für mich, Andreas, war es dann an der Zeit, kurz ins kühle Nass zu hüpfen, um mich zu erfrischen. Im Anschluss bin ich noch eine Weile am Strand und entlang der Strandpromenade Richtung Kurpark gelaufen, um die Meeresluft so richtig zu genießen. Erst am späten Nachmittag wurde es uns dort deutlich zu voll, sodass wir uns entschieden haben, den Rückweg anzutreten und in unsere Ferienwohnung zurückzukehren.



Ein Blick auf den Nahverkehr: Warum wir lieber laufen


​Nach 18 Jahren, in denen wir nun schon nach Eckernförde kommen, ist der Zustand des Nahverkehrs für mich einfach nicht mehr hinnehmbar. Dass sonntagmorgens praktisch nichts fährt und selbst die Linien – wie heute um 8:02 Uhr – ohne Ankündigung ausfallen, ist für eine touristisch geprägte Region ein Armutszeugnis. Während ich in Regionen wie Oberstdorf, dem Kleinwalsertal oder zuletzt in Mittenwald auch an Sonntagmorgen völlig problemlos und zuverlässig mit dem Bus mobil war, ist der hiesige Service „unter aller Sau“. Dass sich die Geschäftsführung bei Beschwerden einfach in Schweigen hüllt und für Fahrgäste nicht erreichbar ist, ist für mich bezeichnend: Aus meiner langjährigen Beobachtung und Berichterstattung als kritischer Beobachter vor Ort ist die Geschäftsführung für mich persönlich schlichtweg nicht mehr tragbar. Entweder herrscht dort pures Chaos, oder es fehlt schlichtweg an der Fähigkeit, ein solches Unternehmen professionell zu führen. Die Ignoranz gegenüber Kundenfeedback ist dabei das i-Tüpfelchen. Es ist daher nur konsequent, dass sich hier nun etwas bewegt: Der ÖPNV-Auftrag wird ab 2027 neu vergeben, um die Betreiberqualität durch strengere Regeln und Vertragsstrafen bei Ausfällen endlich grundlegend zu verbessern. Ich bin ehrlich froh, dass die bisherige Geschäftsleitung weg ist, und hoffe sehr, dass mit diesen Reformen endlich der nötige frische Wind in Eckernförde einzieht und sich die Situation für uns alle grundlegend ändert. Dass ich mit meiner Kritik nicht allein bin, zeigt auch die aktuelle Berichterstattung der lokalen Zeitung shz über die Busausfälle und Verspätungen beim Stadtverkehr Eckernförde.



Fazit und Ausblick


​Auch wenn wir morgen noch einmal einen Strandtag einplanen, habe ich für mich ehrlich gemerkt, dass mir ausgiebige Wanderungen – wie ich sie vor drei Wochen bei meinem neun-tägigen Aufenthalt in Mittenwald erleben durfte – deutlich besser tun als das reine Sitzen im Strandkorb. Nach 18 Jahren, in denen man alles in Eckernförde kennt, verliert der Ort für mich persönlich etwas an Reiz; einen ganzen Tag nur am Strand zu liegen, ist mittlerweile einfach nicht mehr mein Ding. Ich stelle mir daher die Frage, ob ich nächstes Jahr wirklich noch einmal sieben Tage hier verbringen möchte. Ein Kurztrip von drei bis vier Tagen über das Wochenende würde mir im September oder Oktober mittlerweile völlig ausreichen. Der aktuelle Urlaub geht aber noch spannend weiter: Am Montag steht ein Ausflug in die Kleinstadt Preetz an, am Dienstag fahren wir von Kiel mit der Fähre nach Mönkeberg und laufen von dort aus zu Fuß weiter nach Heikendorf, und für den Mittwoch sind wir noch völlig offen, was wir anstellen. Es bleibt also aktiv und abwechslungsreich!


Unsere letzten drei Touren in der Region