Nostalgische Gipfelmomente: Eine Wanderung zum höchstgelegenen Kirchdorf
Manchmal sind es die Strecken, die man kennt, die sich am meisten verändern – und doch das vertraute Gefühl von damals zurückbringen. Mein heutiger Tag war eine Reise durch die Zeit, von einer Anreise ohne Stress bis hin zu einem der malerischsten Orte, die Deutschland zu bieten hat.
Der Weg ist das Ziel
Wie gewohnt bin ich heute um 6:30 Uhr aufgestanden – als Frühaufsteher ist das für mich die beste Zeit, um in den Tag zu starten. Um 7:00 Uhr ging es dann los zum Bahnhof Mittenwald. Pünktlich um 7:28 Uhr kam dort der Schienenersatzverkehr Bus RB 60 an, der mich nach Garmisch-Partenkirchen brachte. Interessanterweise ist man mit dem Bus auf dieser Strecke derzeit sogar schneller unterwegs als mit der Bahn, da auf der Schiene wegen der aktuellen Baustellen ohnehin nur ein langsames Tempo möglich ist. So kam ich gut in Garmisch an.
Ein Wiedersehen mit Erinnerungen
Der Weg Richtung Eckbauerbahn fühlte sich an wie ein Spaziergang durch mein eigenes Archiv. Besonders bewegend war der Moment, als ich an jener Unterkunft vorbeikam, in der ich vor vielen Jahren gemeinsam mit Christina gewohnt habe. Es ist immer wieder faszinierend, wie ein Ort nach all der Zeit noch so lebendig in der Erinnerung bleiben kann. Solche Momente machen die Wanderung für mich so viel mehr als nur eine sportliche Betätigung.
Hoch hinaus: Mit der Eckbauerbahn zum Panorama
Pünktlich um 9 Uhr ging es dann mit der modernen Eckbauerbahn hinauf. Für die einfache Bergfahrt habe ich 16 Euro bezahlt.
Bereits während der Fahrt, als ich in der modernen 6er-Gondel saß, kamen die Erinnerungen hoch: Wie anders war es doch noch 2013, als ich gemeinsam mit Christina hier war! Damals fuhren wir noch mit den nostalgischen, offenen Zweier-Gondeln der alten Bahn (Baujahr 1956). Diese Bahnen wurden ja erst im Oktober 2018 stillgelegt und durch die neuen Gondeln ersetzt. Als ich dann oben an der Bergstation ankam, habe ich diese alte Gondel dort noch einmal gesehen. Sie ist dort als Ausstellungsstück aufgestellt und ich fühlte mich sofort zurückversetzt in die Zeit, als Christina und ich in genau so einer Gondel saßen. Das war schon ein besonderer Moment der Nostalgie
Zu Besuch in Wamberg: Deutschlands höchstes Kirchdorf
Von der Bergstation des Eckbauers aus startete ich dann meine Wanderung hinüber in das idyllische Kirchdorf Wamberg – man braucht für diesen Weg ungefähr 50 Minuten.
Es ist bekannt als das höchstgelegene Dorf Deutschlands. Wenn man dort durch die Gassen läuft, merkt man sofort, dass die Zeit hier oben auf 1000 Metern Höhe langsamer vergeht. Ein besonderer Ort ist dort die historische St.-Anna-Kirche. Der Bau wurde 1721 begonnen und bereits 1722 fertiggestellt. Besonders interessant: Der Altar stammt vom Bildhauer Andreas Onich, der selbst in Wamberg geboren wurde. Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Dorfbewohner bis heute mit viel persönlichem und finanziellem Einsatz ihre Kirche erhalten. Direkt daneben liegt auch ein ganz kleiner, sehr friedlicher Friedhof, der die ruhige Atmosphäre dieses Ortes perfekt unterstreicht. Ein Ort, der zum Durchatmen einlädt!
Rückweg und ein zünftiger Ausklang
Da ich schon recht zeitig in Wamberg war, beschloss ich, dort nicht zu Mittag zu essen. Stattdessen machte ich mich auf den weiteren Weg und lief in etwa 50 Minuten hinunter nach Kaltenbrunn. Der Ort gehört zu Garmisch-Partenkirchen und war für mich persönlich nicht weiter sehenswert. Von dort nahm ich die Buslinie 329 nach Wallgau, wobei ich dank meiner AlpenweltCard Mittenwald sogar kostenlos mitfahren konnte. In Wallgau ging es etwas durch den Ortskern.
Nachdem ich mich in Wallgau ein wenig umgesehen hatte, ging es mit dem nächsten Bus 228 zurück nach Mittenwald, wo ich gegen 12:30 Uhr ankam. Nach der Wanderung hatte ich mir ein ordentliches Mittagessen verdient: Im Gasthof Alpenrose am Obermarkt ließ ich mir ein klassisches Wiener Schnitzel mit Pommes, einen gemischten Salat und dazu ein kühles Wasser schmecken.
Den Nachmittag habe ich dann ganz gemütlich bei einem kleinen Spaziergang durch den Kurpark Mittenwald ausklingen lassen. Ein perfekter Tag in den Bergen!
Ausblick
Morgen ist voraussichtlich wieder eine Wanderung in Österreich geplant, vielleicht von Seefeld nach Mösern, aber ich bin noch nicht ganz sicher.
Meine letzten Wanderungen in den Alpen
- 20. Juni 2026 – Wanderung: Höllentalklamm-ab-Hammersbach
- 19. Juni 2026 – Eibsee-Rundweg-Wanderung
- 18. Juni 2026 – Wanderung: Ehrwalder Alm-Seebensee-Drachensee














