Fahrradtour von Staaken zum Schlosspark Paretz und zurück


Meine Rad-Rundtour: Von Staaken zum Schlosspark Paretz und zurück


Ich habe mich heute Morgen auf das Rad gesetzt und eine wunderbare Radtour unternommen. Meine Strecke führte mich von Staaken direkt bis zum Schloss Paretz – eine wirklich Mischung aus herrschaftlicher Architektur und unberührter Natur.

​Dabei bin ich einmal komplett um die Döberitzer Heide herumgefahren. Am Ende standen stolze 64 Kilometer auf dem Tacho. Es war für mich die perfekte Runde, um die frische Luft und die Landschaft direkt vor der Haustür zu genießen.

Nach einem kurzen Abschnitt durch Dallgow-Döberitz, wo ich zügig vorankam, erreichte ich die Gemarkung.



Ankommen in Elstal



Dort stieß ich sogleich auf ein markantes Wahrzeichen: den alten Wasserturm Elstal (auch als Eisenbahnwasserturm bekannt). Mit seiner runden, hölzernen Verkleidung des Behälters über dem Backsteinschaft ist er ein echtes Industriedenkmal und schon von Weitem zu sehen. Er ist ein Relikt aus der Zeit, als Elstal ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt war. Ein kurzer Stopp für ein Foto war hier Pflicht.



Nur ein kurzes Stück weiter bot sich ein völliger Kontrast: Das moderne Designer Outlet Berlin. Auch wenn ich keine Shopping-Tour plante, war es interessant, kurz vorbeizufahren. Direkt im Eingangsbereich wurde ich von einem riesigen, bunten Fußball begrüßt, der zweifellos ein tolles Fotomotiv darstellte. Es war beeindruckend zu sehen, wie sich dieser Ort in den letzten Jahren entwickelt hat.



Verschnaufpause in Priort


​Nach den ersten Kilometern erreichte ich den beschaulichen Ort Priort. Der dortige Rastplatz bot sich ideal für eine kurze Pause an, um ein wenig die Beine auszuschütteln. 



Doch Priort hat mehr zu bieten als nur eine Sitzbank im Schatten – man stößt hier auf spannende Zeitzeugnisse der regionalen Siedlungsgeschichte.

​Besonders ins Auge fällt eine kunstvoll gestaltete Litfaßsäule, die eine ganz eigene Geschichte erzählt. Ursprünglich wurde sie in den 1930er Jahren errichtet, um die Vermarktung der neuen Siedlung Priort voranzutreiben. Die damalige Siedlungsgesellschaft nutzte die Säule intensiv für "Reklametätigkeit", um Parzellen als wertbeständige Sparanlage an den Mann zu bringen.

​Obwohl der Verkauf aufgrund der Weltwirtschaftskrise 1931 ins Stocken geriet, blieb die Säule als Relikt erhalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet sie jedoch in Vergessenheit und verfiel zusehends, bis sie im Jahr 2012 durch Spendenmittel und lokales Engagement zu neuem Leben erweckt wurde.

​Heute ist sie ein echtes Gemeinschaftskunstwerk:

  • Gestaltung: Die farbenfrohe Oberfläche wurde von Schülern aus Priort entworfen und gesprüht.
  • Bekrönung: Die markante Metallfigur an der Spitze stammt von dem Priorter Künstler Michael Lachmund


Ein Schild weist zudem schmunzelnd darauf hin, dass Berlin von hier aus nur "um die Ecke" (ca. 33 km) liegt, während es bis zur Ostsee mit 218 km noch ein ordentliches Stück Arbeit wäre. Für mich ging es jedoch erst einmal weiter auf meiner Umrundung der Heide.



Zwischen gelben Feldern nach Buchow-Karpzow


​Nachdem ich Priort hinter mir gelassen hatte, führte mich der Weg tiefer in das Havelland. Es war die perfekte Zeit für diese Tour: Links und rechts des Weges erstreckten sich weite, leuchtend gelbe Rapsfelder, die einen wunderbaren Kontrast zum strahlend blauen Himmel bildeten. Dieser Anblick begleitete mich ein ganzes Stück und macht das Radfahren in dieser Region gerade im Frühjahr zu einem besonderen Erlebnis.



Schließlich erreichte ich den Ort Buchow-Karpzow. Mitten im Dorf stieß ich auf die historische Dorfkirche, ein schlichter, aber sehr gepflegter Bau, der typisch für die märkische Architektur ist. Die Kirche liegt idyllisch eingebettet im Ortskern und lädt dazu ein, kurz innezuhalten und die dörfliche Ruhe zu genießen.

​Die Dorfkirche in Buchow-Karpzow – ein Ruhepol am Wegesrand.

​Kurz hinter dem Ort wartete dann ein technisches Bauwerk auf mich: die Brücke über den Havelkanal. Von hier oben bietet sich ein toller Blick über das Wasser und die umliegende Landschaft. Die Überquerung des Kanals markiert einen wichtigen Punkt der Route, bevor es weiter Richtung Paretz und in die wasserreiche Region der Havel geht.



Naturgenuss pur auf dem Weg nach Falkenrehde


​Nach der Überquerung des Kanals führte mich die Route weiter in Richtung Falkenrehde. Auf diesem Abschnitt zeigt sich Brandenburg von seiner schönsten Seite: weite Wiesen, dichte Alleen und eine Stille, die man in der Stadt so kaum noch findet.

​Ich habe mir hier bewusst eine kleine Pause gegönnt, um einfach mal tief durchzuatmen. Die frische Landluft und das satte Grün der Natur sind ein herrlicher Kontrast zum Berliner Stadtleben. Momente wie dieser haben eine ganz eigene Qualität – sie entschleunigen ungemein.

​Der Duft der Felder wecken dabei unweigerlich wohlige Erinnerungen an früher, als man schon als Kind die Freiheit auf dem Land genossen hat. Es ist dieses Gefühl von Zeitlosigkeit, das solche Touren so wertvoll macht.



Ein historischer Halt in Uetz: Das Alte Fährhaus


​Auf meinem weiteren Weg kam ich durch den idyllischen Ort Uetz. Direkt am Wasser gelegen, stieß ich dort auf ein ganz besonderes Gebäude, das sofort meine Aufmerksamkeit erregte: das Alte Fährhaus Uetz.

​Eine Informationstafel vor Ort gibt Einblicke in die bewegte Geschichte dieses Hauses:

  • Die Ursprünge: Das Haus wurde ursprünglich für den königlichen Fährmann errichtet. Da Uetz an einer strategisch wichtigen Stelle an der Havel lag, war die Fähre über Jahrhunderte eine lebenswichtige Verbindung.
  • Architektur: Es handelt sich um ein wunderschönes Fachwerkhaus, das typisch für die Region ist. Es strahlt eine enorme Ruhe aus und wirkt fast so, als sei die Zeit dort stehengeblieben.
  • Heutige Bedeutung: Auch wenn heute keine Fähre mehr im klassischen Sinne betrieben wird, bleibt das Haus ein wichtiges lokales Denkmal. Es erinnert an die Zeit, als der Wasserweg die Hauptverkehrsader für den Transport von Waren und Menschen im Havelland war.

​Es war beeindruckend zu sehen, wie gut erhalten dieses Zeugnis der alten Schifffahrts- und Fährtradition ist. Nach diesem kurzen geschichtlichen Exkurs setzte ich meine Fahrt fort.


Paretz: Ein königliches Idyll an der Havel mit Dorfkirche 


​Schließlich erreichte ich Paretz, einen Ort, der wie kaum ein anderer preußische Geschichte mit ländlicher Ruhe verbindet. Paretz war der einstige Sommersitz von König Friedrich Wilhelm III. und seiner Frau, Königin Luise. Das gesamte Dorf wurde um 1800 als Musterdorf im klassizistischen Stil geplant und hat sich diesen besonderen Charme bis heute bewahrt.

​Ein absoluter Blickfang im Ortskern ist die Dorfkirche Paretz. Ihre Geschichte reicht weit zurück, doch ihr heutiges Erscheinungsbild verdankt sie einem umfassenden Umbau im Jahr 1797 durch den Architekten David Gilly. Besonders markant ist der neugotische Kirchturm, der fast wie eine kleine Burg wirkt. Im Inneren der Kirche findet man wertvolle Epitaphe und Gedenktafeln der königlichen Familie, was sie zu einem bedeutenden kulturellen Denkmal macht.



Ganz in der Nähe befindet sich das Schloss Paretz. Es ist ein eher schlichtes, aber sehr elegantes Bauwerk, das ganz dem Wunsch des Königspaares nach "Stille und Zurückgezogenheit" entsprach. Im Gegensatz zu den prunkvollen Schlössern in Potsdam wirkt Paretz fast familiär. Die weitläufige Parkanlage rund um das Schloss lädt zu einem entspannten Spaziergang ein – ein perfekter Ort, um die Atmosphäre dieses historischen Ortes aufzusaugen, bevor man wieder in den Sattel steigt.



Ein historischer Halt in Uetz: Das Alte Fährhaus


​Auf meinem weiteren Weg kam ich durch den idyllischen Ort Uetz. Direkt am Wasser gelegen, stieß ich dort auf ein ganz besonderes Gebäude, das sofort meine Aufmerksamkeit erregte: das Alte Fährhaus Uetz.

​Eine Informationstafel vor Ort gibt Einblicke in die bewegte Geschichte dieses Hauses:

  • Die Ursprünge: Das Haus wurde ursprünglich für den königlichen Fährmann errichtet. Da Uetz an einer strategisch wichtigen Stelle an der Havel lag, war die Fähre über Jahrhunderte eine lebenswichtige Verbindung.
  • Architektur: Es handelt sich um ein wunderschönes Fachwerkhaus, das typisch für die Region ist. Es strahlt eine enorme Ruhe aus und wirkt fast so, als sei die Zeit dort stehengeblieben.
  • Heutige Bedeutung: Auch wenn heute keine Fähre mehr im klassischen Sinne betrieben wird, bleibt das Haus ein wichtiges lokales Denkmal. Es erinnert an die Zeit, als der Wasserweg die Hauptverkehrsader für den Transport von Waren und Menschen im Havelland war.


Angekommen in Kartzow



Ein verstecktes Juwel: Schloss Kartzow


Auch hier zeigt sich das Havelland wieder von seiner herrschaftlichen Seite, denn der Ort beheimatet ein weiteres Highlight: das Schloss Kartzow.

​Das heutige Schloss wurde zwischen 1912 und 1914 im barockisierenden Stil erbaut, hat aber eine viel längere Vorgeschichte als Rittergut. Es wirkt mit seiner hellen Fassade und den gepflegten Außenanlagen sehr einladend und elegant. Besonders auffällig ist die Verbindung von historischem Charme und einer sehr idyllischen Lage inmitten der märkischen Landschaft.

​Heute wird das Schloss vor allem für Veranstaltungen genutzt, aber auch als Radfahrer ist es ein toller Anblick und ein schöner Ort für einen kurzen Moment des Innehaltens. 

​Es ist immer wieder faszinierend, wie viele dieser „kleinen“ Schlösser und Herrensitze man auf einer einzigen Tour rund um die Döberitzer Heide entdecken kann.


 

Eine herzhafte Stärkung in Fahrland

 

Bevor es endgültig auf die Zielgerade ging, habe ich in Fahrland noch einen kurzen Stopp bei der örtlichen Landbackstube eingelegt. Nach so vielen Kilometern im Sattel gibt es kaum etwas Besseres als eine ehrliche, handwerkliche Stärkung.

Ich habe mir dort zwei halbe Brötchen gegönnt: eines mit frischem Fleischsalat und ein weiteres mit herzhaftem Hackepeter und Zwiebeln. Diese habe ich draußen in aller Ruhe auf der Bank genossen – genau das Richtige, um die Energiereserven für die letzten Kilometer noch einmal aufzufüllen.

Die Bäckerei wirkt herrlich bodenständig und passt mit ihrem gemütlichen Charme perfekt in das dörfliche Bild von Fahrland. Mit neuer Kraft und der Zufriedenheit über die geschaffte Strecke im Kopf trat ich die letzte Etappe zurück nach Staaken an.

 


Ein historischer Zeitzeuge: Die Bockwindmühle Fahrland


​Kurz hinter dem Ortskern von Fahrland wartete noch eine ganz besondere Überraschung am Wegesrand auf mich: die alte Bockwindmühle. Es ist faszinierend zu sehen, wie dieses eindrucksvolle Bauwerk aus Holz die Zeit überdauert hat.

​Wie ich auf der Infotafel erfahren habe, hat die Mühlengeschichte hier eine lange Tradition, die bis in das Jahr 1375 zurückreicht. Die heutige Mühle steht seit 1798 an diesem Ort und ist ein echtes technisches Denkmal. Seit 1952 steht sie unter Schutz und ist sogar Teil des Fahrländer Wappens.

​Es lohnt sich definitiv, hier kurz vom Rad zu steigen und den historischen Charme auf sich wirken zu lassen. Solche Fundstücke machen die Tour durch das Havelland erst so richtig komplett. Es ist eine der ältesten Mühlen der Region und ein wunderbares Fotomotiv.



Ein Stück Zeitgeschichte in Groß Glienicke


​Auf meiner wirklich letzten Etappe kam ich durch Groß Glienicke, wo ich an einem ganz besonderen Ort Halt gemacht habe. Hier stehen noch bauliche Reste der ehemaligen Grenzanlagen, die einen kurz innehalten lassen.

​Besonders eindrucksvoll sind die zwei Betonsegmente, die man dort noch sehen kann. Sie stammen aus den späten 1960er Jahren und tragen oben noch die typische Übersteigsicherung – eine Betonröhre, die Fluchten verhindern sollte. Es ist schon ein bewegendes Gefühl, direkt vor diesem originalen Stück Berliner Mauer zu stehen, das heute als Mahnmal an die Teilung erinnert.

​Neben diesen Mauerteilen gibt es dort sogar noch den längsten erhaltenen Streckmetall-Gitterzaun zu sehen. Es ist faszinierend, wie die Geschichte hier in die märkische Landschaft eingebettet ist. Ein wirklich würdiger Abschluss für meine heutige Tour, bevor der Kreis sich in Staaken wieder schloss.



Abschluss des Beitrags


​Ich habe mir meine Tour wieder eigenständig bei Komoot zusammengesucht und individuell zusammengestellt. Für alle Leute, die die Tour gerne nachfahren möchten, habe ich hier den Link zu Komoot zu meiner Tour hinterlegt:

​Hier geht es zu meiner Radtour auf Komoot


Und hier meine letzten drei Fahrradtouren: