Fahrradtour-Staaken-Marwitz-Oberkrämer


Fahrradtour von Staaken nach Marwitz über Bützow und zurück über Barnstorf und Falkensee


​Nachdem ich am 1. Mai bereits die erste Radtour gemacht habe, habe ich heute bei dem herrlichen Sonnenschein direkt die nächste Tour gestartet. Das Wetter war einfach perfekt, um sich aufs Fahrrad zu schwingen und loszuradeln. Diese Strecke von insgesamt 44,8 Kilometern habe ich mir dieses Mal zum ersten Mal komplett selber bei komoot zusammengestellt.

​Hier können Sie sich die genaue Route ansehen:

[komoot-Strecke]

(Hinweis: Sie können die Strecke auch ansehen, wenn Sie kein eigenes Konto bei komoot haben – eine extra Anmeldung ist dafür nicht erforderlich.)


Der Hinweg: Über Bützow nach Marwitz


​Mein Startpunkt war der Zweiwinkelweg in Staaken



Geschichte hautnah: Die Steinerne Brücke


​Als ich Spandau verlassen hatte und ins Umland hinausgefahren bin, traf ich an der Steinernen Brücke (Schönwalder Allee) auf ein eindrucksvolles Stück Zeitgeschichte. Hier, wo heute Berlin-Spandau und Schönwalde-Glien aufeinandertreffen, verlief 28 Jahre lang die innerdeutsche Grenze. Seit Mai 1952 war die Verbindung für die Berliner dicht. Heute erinnert ein zweiteiliges Mahnmal an diese Zeit.

​Das erste, was ins Auge springt, sind zwei große Originalsegmente der Berliner Mauer. Sie wurden so schräg aufgestellt, dass sie fast umzukippen scheinen. Das symbolisiert auf sehr starke Weise die Grenzöffnung und den Fall des Eisernen Vorhangs.



Direkt daneben steht ein weiteres Denkmal, eine kunstvoll gestaltete Stele aus Backstein. Eine Informationstafel erklärt die Symbolik sehr schön: Die Stele steht für die wiederhergestellte Verbundenheit der beiden Orte. In der Mitte sind zwei Kugeln eingefasst, die die Nachbarschaft darstellen sollen. Die blaue Kugel steht dabei für Berlin-Spandau, die grüne für das heutige Schönwalde-Glien. Auch eine offene Schranke ist in das Kunstwerk integriert. Sie erinnert an die einst streng bewachten Grenzübergänge und steht jetzt für die Freiheit, ungehindert von Brandenburg nach Berlin und zurück zu fahren.

​Es ist sehr bewegend zu lesen, dass die Steinerne Brücke erst am 23. Juni 1990 wieder für Fußgänger geöffnet wurde. In Gedenkstelen wird zudem an Menschen erinnert, die hier an der Grenze ihr Leben verloren haben. Ein Ort, der einen kurz innehalten lässt, bevor man die Fahrt in der heute so friedlichen Natur fortsetzt.



Durch Schönwalde-Glien: Ein Halt am Rathaus


​Gleich hinter der Steinernen Brücke empfängt einen das Ortsschild von Schönwalde-Glien. Es ist ein schöner, grüner Ort, durch den die Route führte. Ein kurzes Stück weiter die Hauptstraße entlang fiel mir das Rathaus der Gemeinde auf. Der moderne Bau ist ein echter Blickfang und passt gut in die dörfliche Umgebung. Natürlich habe ich auch hier kurz angehalten, um ein Foto zu machen, bevor es weiterging.



Über Bützow nach Marwitz: Radeln auf erstklassigen Wegen


​Nach dem kurzen Halt in Schönwalde-Glien führte mich die Route weiter durch den beschaulichen Ort Bützow. Um mein Ziel Marwitz zu erreichen, war dieser Weg die direkte Verbindung. Auch wenn Marwitz auf manchen Wegweisern nicht direkt auftaucht, da es ein eher kleinerer Ort ist, lässt es sich dank der guten Beschilderung nicht verfehlen.

​Besonders hervorheben möchte ich die Qualität der Fahrradwege auf diesem Abschnitt. Die Wege sind bestens ausgebaut, überwiegend befestigt und ermöglichen ein entspanntes Vorankommen mitten durch die weite, offene Landschaft. Bei diesem Wetter war es ein echtes Vergnügen, auf so gut präparierten Strecken Kilometer um Kilometer zurückzulegen und einfach die frische Luft zu genießen.



Ankunft in Marwitz: Pause und Geschichte


​Nach der schönen Fahrt erreichte ich schließlich mein Ziel: Marwitz, das zur Gemeinde Oberkrämer gehört. Im historischen Dorfkern angekommen, gab es erst einmal eine wohlverdiente Pause. Ich setzte mich gemütlich auf eine Bank, genoss die wärmende Sonne und aß einen mitgebrachten Apfel. Diese ruhigen Momente, in denen man einfach die Umgebung auf sich wirken lässt, gehören für mich bei jeder Fahrradtour dazu.

​Gleich in der Nähe fiel mir die hübsche Dorfkirche von Marwitz auf, die idyllisch auf einer kleinen Anhebung steht. Das verputzte Gebäude mit dem markanten Turm und dem roten Ziegeldach ist ein echter Hingucker und strahlt viel Ruhe aus. Direkt daneben steht ein weiteres interessantes Gebäude: das ehemalige Spritzenhaus der Freiwilligen Feuerwehr. Der gut erhaltene Backsteinbau mit dem Steigerturm ist ein tolles Zeugnis regionaler Geschichte und heute ein beliebtes Fotomotiv.


Blick in die Geschichte: Das Angerdorf Marwitz


​Neugierig wie ich bin, habe ich mir auch die großen Informationstafeln am Dorfanger genauer angesehen, um mehr über den Ort zu erfahren. Es ist spannend: Marwitz wurde bereits im Jahr 1350 erstmals urkundlich erwähnt und war ursprünglich als sogenanntes „Angerdorf“ angelegt.

​Die Tafeln zeigen mit vielen historischen Aufnahmen, wie sich das Dorf über die Jahrhunderte entwickelt hat. Besonders beeindruckend war die Information, dass die prächtige Friedenseiche, die heute den Anger schmückt, im Jahr 1871 gepflanzt wurde, um an das Ende des Deutsch-Französischen Krieges zu erinnern. Auch über die verschiedenen Handwerksbetriebe und die alte Schule gab es viel zu lesen. Es ist toll zu sehen, wie sehr der Ort seine Geschichte pflegt. Nach diesem interessanten Exkurs war ich gut gestärkt für den Rückweg.



Rückweg über Bützow: Historische Entdeckungen


​Nach der Pause in Marwitz machte ich mich wieder auf den Rückweg. Die Route führte mich erneut ein Stück durch Bützow, doch dieses Mal nahm ich mir die Zeit, genauer hinzuschauen. Dabei entdeckte ich eine beeindruckende Postdistanzsäule, die direkt am Wegesrand steht.

​Diese Säule ist ein echtes historisches Juwel. Wie ich den Informationstafeln vor Ort entnehmen konnte, handelt es sich um eine originalgetreue Nachbildung einer kursächsischen Postmeilensäule. Diese Säulen wurden im 18. Jahrhundert auf Befehl von August dem Starken errichtet, um die Postwege genau zu vermessen. Es ist faszinierend zu sehen, wie detailliert die Entfernungsangaben zu weit entfernten Städten damals eingemeißelt wurden – ein Vorläufer unserer heutigen Navigationssysteme!



Nur ein paar Meter weiter steht die Dorfkirche Bützow. Der schlichte, aber sehr gepflegte Bau mit seinem markanten quadratischen Westturm fügt sich wunderbar in das Dorfbild ein. Die Kirche stammt im Kern aus dem 15. Jahrhundert und wurde über die Jahrhunderte immer wieder umgebaut. Besonders im warmen Nachmittagslicht bot sie ein herrliches Motiv für ein paar Fotos, bevor ich meine Fahrt Richtung Wansdorf und Barnstorf fortsetzte.



Weiter über Wansdorf: Die Dorfkirche im Blick


​Nach dem Halt in Bützow setzte ich meine Fahrt fort und schlug wie geplant eine etwas andere Route ein, die mich durch Wansdorf führte. Auch hier hat sich ein kleiner Stopp gelohnt, denn die Wansdorfer Dorfkirche ist ein wirklich sehenswertes Bauwerk.

​Es handelt sich um einen massiven Feldsteinbau, der bereits um das Jahr 1400 errichtet wurde. Besonders markant ist der breite Westturm, der der Kirche ein sehr wehrhaftes Aussehen verleiht. Wie ich den Informationen vor Ort entnehmen konnte, wurde die Kirche im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut, besonders prägend waren die Veränderungen im 18. Jahrhundert.

Es ist faszinierend zu sehen, wie diese alten Dorfmittelpunkte die Zeit überdauert haben. Das Mauerwerk aus naturbelassenen Feldsteinen wirkt im Kontrast zum grünen Umfeld besonders fotogen.



Technik am Kanal: Die Schleuse Schönwalde


​Auf dem weiteren Weg durch die Natur stieß ich am Havelländischen Großen Hauptkanal auf ein besonderes technisches Denkmal: die Schleuse Schönwalde. Es ist faszinierend zu sehen, wie dieses Bauwerk den Wasserstand reguliert und welche Bedeutung es für die Schifffahrt in der Region hat. Die Kombination aus alter Technik und der idyllischen Lage am Wasser war ein perfekter Punkt für einen letzten Zwischenstopp, um die Ruhe zu genießen.



Der Endspurt: Geschichtspark Falkensee


​Von der Schleuse aus ging es weiter über Falkenhagen, einem Ortsteil von Falkensee. Kurz vor dem Ende der Tour kam ich noch an einem sehr bewegenden Ort vorbei: dem Geschichtspark Falkensee.

​Hier befand sich zwischen 1943 und 1945 das größte Außenlager des KZ Sachsenhausen. Die Informationstafeln vor Ort erinnern eindringlich an die tausenden Häftlinge, die hier unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten mussten. Es ist ein Ort des Gedenkens und Mahnens, der einen nach der Fahrt durch die schöne Natur noch einmal nachdenklich stimmt. Die erhaltenen Fundamente der Baracken machen die Ausmaße dieses dunklen Kapitels der Geschichte greifbar.



Das letzte Stück führte mich dann zurück zum Ausgangspunkt. Es war eine rundum gelungene Tour – die erste eigene Planung mit komoot hat sich definitiv gelohnt!


Mein Fazit zur Tour


​Insgesamt belief sich die heutige Strecke auf stolze 44 Kilometer. Da ich heute keine große Verpflegung dabeihatte (außer meinem Apfel), habe ich mittags in Schönwalde bei Netto einen Stopp eingelegt. Dort gab es einen Wurstsalat, eine Semmel und einen Nachtisch zur Stärkung.

​Allerdings gab es beim Einkauf eine Sache, die ich – mal wieder – nicht verstehen konnte: An der Kasse standen mindestens sechs Kunden in der Schlange. Als ich die Verkäuferin höflich bat, eine zweite Kasse zu öffnen, hieß es nur, es seien nicht genug Kunden da. Meiner Meinung nach waren es reichlich Leute, um eine zweite Kraft aus dem Lager oder vom Regale-Auffüllen nach vorne zu rufen. Das scheint leider ein bundesweites Problem in vielen Filialen zu sein, das mir schon oft aufgefallen ist.

​Trotz dieses kleinen Ärgernisses an der Kasse war es ein wunderbarer Tag auf dem Rad. Die erste eigene Planung mit komoot hat super funktioniert und die Strecke war abwechslungsreich und geschichtlich sehr interessant!



Meine letzten Fahrradtouren


​• 01. Mai 2026 Radtour-Staaken-Dallgow-Sympathie-Radweg

Eine Runde durch das Havelland von Staaken aus durch die Felderlandschaft bei Dallgow

​• 04. Juni 2021 Radtour von Wilhelmshagen nach Buckow

Tour in die Märkische Schweiz durch das Zentrum des Naturparks zum Kneippkurort Buckow

​• 29. Mai 2021 Mönchmühle (Mühlenbeck)

Kleine Radtour über knapp 40 Kilometer von Berlin-Charlottenburg ins malerische Mühlenbecker Land