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Spaziergang-Wannsee-Finkenberg-Schäferberg


Frühlingshafter Spaziergang am Wannsee: Vom wachsamen Auge zum Schäferberg


​Berlin bietet überraschend viele Ecken, die dazu einladen, dem Trubel zu entfliehen und die Natur ganz in Ruhe zu genießen. Heute möchte ich Sie auf einen Spaziergang im Südwesten der Hauptstadt mitnehmen – eine Route, die maritime Ausblicke mit entspannten Waldwegen verbindet.


Der wachsame Beschützer und das Tor nach Spandau


​Der Spaziergang begann für mich bereits am Samstagvormittag gegen 9 Uhr direkt am S-Bahnhof Wannsee. Wer dort ankommt, bemerkt sofort den markanten Herrn direkt gegenüber der Station: Die Büste von Otto von Bismarck blickt hier diszipliniert über das Wasser. In seiner Uniform und mit der Pickelhaube wirkt er fast wie ein Beschützer, der ein wachsames Auge auf den Wannsee hat – ein sehr atmosphärger Empfang für diesen Vormittag.



Nur ein paar Schritte weiter, unten am Anleger, zeigt sich eine weitere Besonderheit dieses Ortes: die Fährlinie F10. Sie ist mit einer Strecke von 4,4 Kilometern eine der längsten Linien Berlins und verbindet Wannsee in nur 20 Minuten mit Alt-Kladow in Spandau. Wir sind diese Strecke am Wochenende selbst schon gefahren; es ist jedes Mal wie eine kleine Minikreuzfahrt vorbei an der Insel Schwanenwerder. Besonders sonntags ist die Fahrt nach Kladow sehr beliebt, um dort an der Promenade zu spazieren.

 

 

Entlang der Uferpromenade mit Blick auf die Pfaueninsel

 

Nachdem ich am Fähranleger kurz innegehalten hatte, führte mein Weg ein Stück entlang der Königstraße und dann auf die malerische Uferpromenade. Es ist immer wieder schön, wie entspannt man hier am Wasser entlanggehen kann. Während man die Promenade entlangläuft, öffnet sich der Blick auf das Wasser und man sieht direkt gegenüber die Pfaueninsel liegen. Ich war dort selbst schon zu Gast und kann einen Ausflug auf diese besondere Insel nur empfehlen.

 


Kurz danach ging es landeinwärts über den Heuweg und den Nikolskoer Weg. Auf diesem Weg kam ich an der Evangelischen Kirche St. Peter und Paul auf Nikolskoe vorbei. Ein historischer Ort: Die Kirche wurde zwischen 1834 und 1837 auf Anweisung von König Friedrich Wilhelm III. erbaut und liegt malerisch auf einem Hügel über der Havel. Leider war sie bei meinem Besuch geschlossen, sodass es bei einem schönen Foto von außen blieb – ein Anblick, der sich dennoch absolut gelohnt hat.



Weiter führte mich die Route dann zum Finkenberg (81 m). Die Waldwege hier sind herrlich ruhig und boten genau die richtige Umgebung, um den Kopf frei zu bekommen.



Ein technisches Wahrzeichen auf dem Schäferberg


​Nachdem ich den Finkenberg hinter mir gelassen hatte, führte mein Weg weiter zum Schäferberg. Mit seinen 103 Metern ist er eine der höchsten Erhebungen der Umgebung, doch das eigentliche Highlight, das man schon von Weitem sieht, ist der imposante Fernmeldeturm.

​Dieser 212 Meter hohe Riese prägt bereits seit den frühen 1960er Jahren die Skyline im Südwesten Berlins. Für Technik-Fans ist es interessant zu wissen, dass dieser Turm – nach dem Berliner Fernsehturm und dem Sender Scholzplatz – das dritthöchste Bauwerk unserer Stadt ist. Auch wenn der Turm selbst für uns Besucher nicht begehbar ist, begleitet er einen bei Wanderungen in diesem Gebiet oder bei Bootsausflügen auf der Havel eigentlich immer als markanter Blickfang. Er fügt sich auf eine fast schon industrielle Art in das Waldgebiet ein und erinnert daran, dass man hier ein bedeutendes Stück Berliner Sende-Geschichte vor sich hat.



Nach diesem entspannten Rundgang erreichte ich schließlich wieder die Königstraße an der Bushaltestelle Rathaus Wannsee und trat die Heimreise an.



Fazit


​Alles in allem war das für mich heute eher ein entspannter Spaziergang am Samstagvormittag als eine klassische Wanderung. Es war genau der richtige Start in den Tag, um die frische Luft zu genießen, ohne sich zu hetzen. Eine Strecke, die ich jedem nur für eine kurze, entschleunigte Auszeit empfehlen kann.