Auf dem Mauerweg von Hennigsdorf in die Altstadt Spandau
Mein heutiger Ausflug am Ostermontag begann an der S-Bahn-Station Hennigsdorf. Bevor ich mich auf den eigentlichen Weg Richtung Spandau machte, fiel mir direkt gegenüber vom Bahnhof ein bedeutendes Denkmal auf dem Postplatz ins Auge.
Gedenken am Postplatz in Hennigsdorf
Dieses Mahnmal ist den Opfern des Faschismus gewidmet und erinnert an die Menschen, die zwischen 1933 und 1945 in den Konzentrationslagern ermordet wurden. Es ist ein beeindruckendes Zeugnis der Nachkriegsgeschichte:
- Entstehung: Die Initiative ging 1947 von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) aus.
- Besonderheit: Arbeiter des örtlichen Stahl- und Walzwerkes haben den Entwurf nicht nur realisiert, sondern auch das Material dafür bereitgestellt.
- Symbolik: Der offene Rundsäulenbau trägt den roten Winkel politischer Häftlinge sowie die weithin sichtbaren Buchstaben „KZ“.
- Botschaft: Im Zentrum liegt ein gusseisernes Buch mit der mahnenden Inschrift: „Den Toten zum Gedenken. Den Lebenden zur Pflicht“.
Es war ein sehr interessanter und bewegender Start in den Tag, dieses Denkmal, das bereits 1948 eingeweiht wurde und heute unter Denkmalschutz steht, einmal genauer zu betrachten.
Start der Wanderung mit kleinen Tücken
Nach diesem Moment des Innehaltens startete ich meine eigentliche Tour. Für die Navigation nutzte ich wieder die Komoot-App. Direkt in Hennigsdorf hat die Technik zwar anfangs ein bisschen „rumgezickt“ und mich kurz herausgefordert, aber ich habe meine Route dann doch zügig gefunden. Die Strecke führte mich ab dann zuverlässig immer an der Havel entlang, wo Naturidylle und deutsche Zeitgeschichte eng beieinander liegen.
Historische Entdeckungen am Wegesrand
Kurz hinter Hennigsdorf stieß ich auf die Geschichte des „Kanals des Friedens“ und die ehemalige „Brücke der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft“. Solche Relikte machen die Wanderung zu einer Reise durch die Zeit.
Weiter südlich in Nieder Neuendorf entlsng des Mauerwegs wartete das nächste Highlight: Der gut erhaltene Grenzturm. Die Ausstellung im Inneren über den Grenzalltag und die Schicksale rund um den 17. Juni 1953 ist ein beklemmender, aber sehr sehenswerter Tipp.
Osterstimmung und eine ruhige Pause
Nach so viel Geschichte wurde es lebendig: Ich kam am Jagdhaus vorbei. Dort herrschte echte Feiertagsstimmung – der Biergarten war prall gefüllt und auf einer Bühne gab es sogar Live-Musik. Da es mir dort aber etwas zu laut war, entschied ich mich gegen eine Einkehr. Stattdessen suchte ich mir ein ruhiges Plätzchen für mein eigenes Proviant. Mit Vollkornbrot, Tomaten und einem klassischen Osterei im Gepäck war die Pause in der Natur ohnehin viel entspannter.
Abenteuer im Teufelsmoor
Kurz nach meinem entspannten Oster-Picknick im Grünen wurde es unerwartet abenteuerlich. Mein eigentlicher Plan war es, die Tour durch das Teufelsmoor fortzusetzen, eine Landschaft, die ich auf den ersten Metern noch über eine urige Holzbrücke betreten konnte. Die Atmosphäre war einzigartig: bizarre, abgestorbene Baumstämme ragten aus dem dunklen Wasser, ein echtes Moor-Idyll.
Doch bereits 50 Meter hinter der Brücke war Schluss. Der Weg stand komplett unter Wasser! Das Moor hatte sich den Pfad zurückgeholt und ein Durchqueren war unmöglich. So beeindruckend der Anblick war, ich musste umkehren und mir mühsam einen Umweg außen um das weitläufige Teufelsmoor herum suchen. Dieser Umweg war etwas länger, bot aber auch unerwartete Einblicke in unberührte Natur, bevor ich endlich wieder auf den Hauptweg zurückfand.
Begegnungen im Spandauer Forst
Nachdem ich das nasse Teufelsmoor erfolgreich umgangen hatte, erreichte ich schließlich das Spandauer Wildgehege. Es ist immer wieder schön, die Tiere dort aus nächster Nähe zu beobachten – ein toller Kontrast zur davor erlebten Berliner Mauergeschichte und dem Moor-Abenteuer. Kurz hinter dem Wildgehege endete mein Fußmarsch: An der Bushaltestelle Johannesstift stieg ich in den Bus und fuhr das letzte Stück bis zur Altstadt Spandau. Dort gab es dann zur Belohnung das obligatorische Eis zum Abschluss.
Meine letzten drei Wanderungen
- 29. März 2026: Spaziergang Kladow-Sacrow-Schloss-Heilandskirche-Geschichte
- 13. März 2026: Wanderung Havelhöhenweg-Grunewald
- 11. März 2026: Wanderung-Glindower-Alpen-Werder-Geschichte


















