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Golm-Maulbeerallee-Karl-Foerster-Haus-Katharinenholz


Wandern in Potsdam: Runde vom Bahnhof Golm. Maulbeerallee, Karl-Foerster-Haus und das Geschossfangwälle im Katharinenholz


Heute Morgen ging es für mich wieder raus in die Natur, weg vom großen Stadttrubel hin zu einer abwechslungsreichen Runde in Potsdam. Zunächst fuhr ich von Staaken mit der Regionalbahn zum Bahnhof Golm und kaufte mir dort bei Rewe noch eine Butterbrezel und eine Milch für mein zweites Frühstück. Die Tour startete direkt am Bahnhof Golm und führte mich auf einer Strecke von rund 16 Kilometern von Start bis Ziel in Golm durch einsame Wege und viel idyllische Natur. Nach genau 3 Stunden und 40 Minuten war die Runde beendet.


Galerie 1 Die Natur in Bildern



Galerie 2 Die Natur in Bildern



Zum Karl-Foerster-Haus und zurück zum Ausgangspunkt


​Ein echtes Highlight im weiteren Verlauf war der Weg zum berühmten Karl-Foerster-Haus in Bornim. Hier lebte und arbeitete der bekannte Staudenzüchter und Gartenphilosoph Karl Foerster (1874–1970), der den berühmten „Garten der sieben Jahreszeiten“ gestaltete. Er war ein leidenschaftlicher Fürsprecher für Stauden wie den Rittersporn, Gräser und Farne und prägte das berühmte Zitat: „Ein Leben ohne Phlox ist ein Irrtum...“. 1910 verlegte er seine Gärtnerei von Berlin-Westend nach Bornim, wo im Jahr darauf das Wohnhaus bezogen wurde, das heute als Haus der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gilt.



Durch das Katharinenholz zu den historischen Geschossfangwällen


​Weiter ging die Route hinein in das weitläufige Katharinenholz. Wer hier unterwegs ist, stolpert im Unterholz immer wieder über seltsam anmutende, massiv gemauerte Wände und Bodenunebenheiten. Dabei handelt es sich um die Relikte eines alten Schießplatzes, der bereits um 1810 für das 1. Garde-Ulanen-Regiment angelegt wurde. Mit der Zeit wuchs der Potsdamer Militärstandort stark an, sodass immer mehr Rekonvaleszenten und Truppen ihre Schießausbildung in diesem Wald absolvierten. Um 1900 erstreckten sich hier acht Bahnen mit Längen zwischen 300 und 600 Metern.

​Weil sich damals jedoch Anwohner immer wieder heftig über umherfliegende Projektile beschwerten, mussten im Laufe der Jahre diverse Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Zuerst schüttete man ab 1872 einfache Erdwälle auf, gefolgt von ersten gemauerten Geschossfängen ab 1890. Da das alles nicht ausreichte und im Jahr 1906 sogar ein Postbeamter beim Schießen am Oberschenkel getroffen wurde, mussten die Wälle zwischen 1906 und 1909 massiv erhöht und verbreitert werden. Zusätzlich wurde das Areal eingezäunt und von einem Wächter bewacht. Später nutzten auch die sowjetischen Truppen das Gelände noch bis 1960. Heute schlängelt sich der schmale Pfad wunderbar ruhig durch diesen geschichtsträchtigen Wald.


Schießstände Katharinenholz


Fazit


Bevor mich der Wanderweg wieder zurück zum Bahnhof Golm führte, bot dieser geschichtsträchtige Ort eine wunderbare Abwechslung. Diese rund 16 Kilometer lange Tour – die komplett vom Bahnhof Golm und zurück verlief – bietet eine Mischung aus Kultur, Geschichte und idyllischer Natur direkt vor den Toren Berlins. Wer die Route nachwandern möchte, findet hier den passenden Link: Komoot-Profil


Hier sind meine letzten drei Wanderungen in Berlin/Brandenburg