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Spaziergang-Wilhelmstadt-Freybrücke-Murellenberg-Murellenschlucht


Kurzer Spaziergang in Spandau: Von der Freybrücke zur Murellenschlucht


Da am kommenden Donnerstag unsere Reise nach Eckernförde ansteht, wollte ich vorab noch ein wenig Bewegung an der frischen Luft genießen. Wer weiß, wie lange man dann im Zug sitzt! Also habe ich mich nach einem ausgiebigen, warmen Frühstück bei Christina dazu entschlossen, für mich alleine eine kleine Runde zu drehen.

​Mein eigentliches Ziel war der Murellenberg und die Murellenschlucht. Ich fuhr mit dem Bus M49 bis zur Freybrücke und bin von dort aus ganz entspannt losgelaufen.


(Freybrücke)


Auf meinem weiteren Weg kam ich an der Freybrücke vorbei und machte einen Stopp am Sender Scholzplatz. Das Schöne ist: Wenn ich bei mir im Winter auf dem Balkon sitze, sehe ich den Sender auch aus über 5 km Entfernung abstrahlen.


Sender Scholzplatz


Ich folgte dann den Hinweisschildern in Richtung Murellenberg



Eigentlich hätte ich links abbiegen müssen, aber ich bin erst einmal geradeaus weitergelaufen, um mir den Glockenturm des Olympiastadions anzusehen.



Danach bin ich wieder ein Stück zurückgegangen und habe mich dann auf den Weg in die eigentlich gewünschte Richtung zum Murellenberg und der Murellenschlucht gemacht.



Dabei bin ich auch auf die vielen Verkehrsspiegel gestoßen, die dort den Weg säumen. Es handelt sich um insgesamt 104 rot-weiß umrandete Spiegel, die als Kunstwerk von Patricia Pisani den Blick symbolisch auf Dinge lenken sollen, die im „toten Winkel“ der Geschichte liegen – insbesondere die Gräueltaten der NS-Militärjustiz. Während 16 dieser Spiegel Texte tragen, sind die restlichen 88 Spiegel leer und reflektieren die Umgebung.

Mehr zur Geschichte hier



​„Hier, auf dem Gelände der ehemaligen Wehrmachtschießstätte Ruhleben am Murellenberg, wurden zwischen August 1944 und April 1945 mehr als 230 Menschen, überwiegend Wehrmachtangehörige, zumeist wegen Fahnenflucht oder Wehrkraftzersetzung erschossen.“


 

Wussten Sie übrigens, während Sie sich diesen Beitrag ansehen, dass die heutige Umgebung mit ihren bis zu 30 Meter tiefen Schluchten das Ergebnis der letzten Eiszeit vor rund 20.000 Jahren ist? Die Wege durch die Schlucht wurden zudem im Zuge der Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele 1936 angelegt, um Besucher zu den damaligen Sportstätten zu leiten.

 


Heute ist das Gebiet ein spannendes Naturschutzgebiet, das eine bewegte Vergangenheit zwischen militärischer Nutzung – die 1840 begann und bis zum Abzug der Alliierten 1994 andauerte – und einer aufwendigen Renaturierung seit 2004 aufweist. Es ist heute ein wichtiger Lebensraum mit wertvollen Sandtrockenrasen und Waldflächen.



Mein Fazit: 


Es hat mir richtig gut getan, heute Vormittag mal einen ganz anderen Spaziergang zu machen. Ansonsten laufe ich ja doch immer die gleiche Runde im Südpark oder hier an der Havelpromenade – da war dieser Abstecher eine willkommene Abwechslung.


Wer meinen kleinen Spaziergang nachwandern möchte, hier sind die Daten auf Komoot zu meinem Komoot-Link.