· 

Staaken-Grünzug-Bullengraben-Hakenfelde


Spaziergang von Staaken nach Hakenfelde: Unterwegs in Berlin


​So schön war der Weg! Auch wenn ich es außerhalb meistens noch etwas schöner finde als hier in meinem direkten Umfeld, war es doch ein wirklich schöner Spaziergang von Staaken bis nach Hakenfelde.


Mein Erlebnis auf dieser Tour


​Der Start meines kleinen Spaziergangs am heutigen Freitagmorgen war das Stieglakebecken.



Von dort aus ging es entspannt weiter entlang des Bullengrabens

Besonders der Wechsel zwischen den naturnahen Abschnitten des Grünzuges, dem Wiesenbecken und dem Weg entlang der Havel bei Hakenfelde hat diesen Ausflug sehr abwechslungsreich gemacht. Ein perfektes Stück Erholung direkt im Alltag.


Wissenswertes über den Bullengraben


​Wer hier unterwegs ist, wandert auf einem geschichtsträchtigen Grünweg. Der gesamte Grünzug Bullengraben erstreckt sich auf einer Länge von rund sechs Kilometern vom Spandauer Burgwall bis nach Staaken. Er ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie Natur und Landschaft nach größeren Eingriffen – wie dem Bau der Schnellbahnverbindung Hannover-Berlin – wieder sinnvoll und ökologisch aufgewertet wurden.

​Heute ist die Strecke ein echtes Paradies für alle, die sich gerne an der frischen Luft bewegen, egal ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auf Skatern. Was mir besonders gefällt: Die Mischung aus Feuchtwiesen, renaturierten Gewässern und den vielen kleinen Ruhezonen macht den Weg zu einer tollen Auszeit mitten in der Stadt. Es ist wirklich beeindruckend, wie viel Natur man hier auf diesem sechs Kilometer langen Band entdecken kann, das mittlerweile sogar barrierefrei für alle zugänglich ist.



Die Grünanlage am Ziegelhof


​Nachdem ich den Grünzug Bullengraben hinter mir gelassen hatte, führte mich mein Weg weiter in die Grünanlage am Ziegelhof. Ein Ort, der auf den ersten Blick einfach nur nach Entspannung aussieht, aber eine lange Geschichte erzählt.

​Was mir sofort ins Auge fiel, war die wunderschöne Pergola mit ihrem „Blumenbach“ – ein echter Hingucker, der heute zum Verweilen einlädt. Doch der Schein trügt: Früher sah es hier ganz anders aus. Im Mittelalter waren diese Flächen Ackerland, und später ließ der Rat der Stadt hier eine Ziegelei errichten, um Lehm für den Bau von Spandau zu gewinnen. Man kann sich heute kaum vorstellen, dass hier früher Öfen und Kalkscheunen rauchten, wo heute Blumen blühen und Obstbäume stehen.

​Besonders interessant: Die Anlage erinnert heute durch den Namen und die Gestaltung noch an die alte Siedlungsgeschichte. Wo früher hart gearbeitet wurde, hat man heute einen Rückzugsort geschaffen, der einen fast vergessen lässt, dass man sich mitten in der Stadt befindet. Ein wirklich gelungener Abschluss für meinen Spaziergang, der mir wieder mal gezeigt hat, wie viel Geschichte man auf so kurzer Strecke entdecken kann.



Geschichte und Ausblick: Sternbergpromenade und Schiffsanleger


Auf meinem weiteren Weg Richtung Hakenfelde kam ich an der Sternbergpromenade vorbei. Dieser Ort lädt zum Innehalten ein und erinnert an ein wichtiges Stück lokaler Geschichte. Wenn man dann weiter direkt am Wasser entlanggeht, erreicht man die Anlegestellen. Auch wenn mein GPS zwischendurch einen kleinen "Ausflug" übers Wasser aufgezeichnet hat, bin ich konsequent am Ufer geblieben – dort bot sich die perfekte Gelegenheit, kurz durchzuatmen und den Blick auf die Schiffe zu genießen, bevor es für mich weiter in Richtung Hakenfelde ging.


Tipp für die Schiffstouren:


Wer die Tour mit einer Fahrt auf dem Wasser krönen möchte: Von der klassischen Hafenrundfahrt über die 7-Seen-Fahrt bis hin zur großen City-Fahrt ist alles möglich. Die aktuellen Abfahrtszeiten und Preise für die verschiedenen Touren findet ihr direkt am Anleger Lindenufer oder auf der Website der Reederei Lüdecke.



Entspannung: Der Wröhmännerpark


​Ganz zum Abschluss meines Spaziergangs durchlief ich den Wröhmännerpark. Dieser Park direkt am Wasser ist ein wunderbarer Ort, um zur Ruhe zu kommen. Ein echtes Highlight ist das Seerosenbecken, dessen Blüten bei meinem Besuch ganz besonders schön ausgesehen haben. Es ist ein friedlicher Abschluss, der den urbanen Trubel komplett ausblendet und einen perfekten Kontrast zu den übrigen Stationen der Tour bildet.



Das Ziel erreicht: Erinnerungskultur in Hakenfelde


​Kurze Zeit später erreichte ich schließlich mein Ziel: Hakenfelde. Hier stieß ich auf dem Klinkeplatz auf ein historisch bedeutendes Denkmal, das mir direkt ins Auge fiel. Es erinnert an Carl Klinke, einen preußischen Pionier, der im Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 fiel.

​Die eindrucksvolle Bronzestatue, die 1908 eingeweiht wurde, stammt von dem bekannten Bildhauer Wilhelm Wandschneider. Solche künstlerischen Zeugnisse im öffentlichen Raum verleihen dem Viertel eine ganz eigene Identität und laden dazu ein, kurz innezuhalten und über die Geschichte des Ortes nachzudenken. Es war ein bewegender und zugleich interessanter Schlusspunkt für diesen Spaziergang, der mir wieder einmal gezeigt hat, dass man gar nicht weit reisen muss, um Neues zu entdecken.



Lust bekommen, die Tour selbst zu gehen?


​Wenn Sie dieser Bericht neugierig gemacht hat, können Sie den Streckenverlauf ganz einfach selbst erkunden. Hier finden Sie meine Route auf Komoot:


Aufbruch nach Mittenwald


​Dies war nun mein letzter Spaziergang beziehungsweise meine letzte Wanderung vor Mittenwald. Ab dem kommenden Dienstag geht es für neun Tage nach Mittenwald, wo es mit meinen Wanderungen natürlich munter weitergeht.

​Ich habe mich nun dazu entschieden, die durch die Bahn aufgehobene Zugbindung aktiv zu nutzen und den ICE bereits um 06:36 Uhr zu nehmen. Da beide Züge exakt die gleiche Strecke fahren, ist dies die ideale Absicherung. Sollte es zu Problemen auf der Strecke kommen, bleibe ich ganz entspannt. Ich kann dann einfach auf den regulären Anschlusszug warten, der ja planmäßig um 07:36 Uhr fährt. Dass beide Züge komplett ausfallen, ist äußerst unwahrscheinlich. Somit ist mein Plan eine sichere Garantie: Wenn ich den Zug um 06:36 Uhr nehme, werde ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Stunde früher in Mittenwald ankommen. Sie dürfen also sehr gespannt sein, was es dort alles zu entdecken gibt!

​Übrigens: Auch für meine Reise mit Christina am 9. Juli von Spandau nach Hamburg wurde die Zugbindung aufgehoben. Da die ICEs im Juli nicht in Spandau halten, müssen wir zwar zum Berliner Hauptbahnhof ausweichen, aber die Zugnummer bleibt identisch und die aufgehobene Zugbindung für die Hin- und Rückreise gibt uns nun die nötige Flexibilität.