Morgendlicher Spaziergang: Vom Grimnitzsee in die Spandauer Altstadt
Ein neuer Tag in Spandau beginnt am besten mit frischer Luft und Bewegung. Heute Morgen führte der Weg zunächst direkt in den Grimnitzseepark. Diese grüne Oase in der Wilhelmstadt ist der ideale Ort, um den Tag ruhig zu beginnen.
Vom Park aus bogen wir zum Grimnitzsee ab, um ein Stück am Ufer entlangzulaufen. Das Wasser liegt morgens oft spiegelglatt da, und man hat einen wunderbaren Blick auf den Grimnitzgraben, der malerisch zwischen den Grundstücken hervorfließt und in den See mündet.
Nach dieser kleinen Runde am See ging es weiter Richtung Havelufer. Der Weg am Wasser bietet immer wieder neue Perspektiven und führt einen Schritt für Schritt näher an das historische Zentrum.
Ein stählerner Bogen: Unterquerung der Schulenburgbrücke
Unser Weg am Havelufer führte uns geradeaus direkt auf ein beeindruckendes Bauwerk zu: die Schulenburgbrücke. Diese massive Stahllbogenkonstruktion mit ihren markanten Fachwerkträgern ist ein echtes Wahrzeichen und verbindet die Wilhelmstadt mit der Spandauer Altstadt. Es war ein beeindruckendes Gefühl, direkt unter dem riesigen stählernen Bogen herzulaufen, während oben der Verkehr rollte. Das Licht- und Schattenspiel unter der Brücke und die Spiegelungen des Stahls im klaren Havelwasser waren ein echtes Highlight.
Historischer Exkurs: Die Grünanlage am Ziegelhof
Kurz nachdem wir die Dischingerbrücke unterquert hatten, erreichten wir die Grünanlage am Ziegelhof. Dieser Ort ist eng mit der Siedlungsgeschichte Spandaus verknüpft. Wo heute eine gepflegte Parkanlage mit Pergolen und Obstbäumen zum Verweilen einlädt, befand sich im Mittelalter das Gelände vor dem Klostertor.
Besonders spannend: 1676 errichtete der Rat der Stadt hier eine neue Ratsziegelei. Über Jahrzehnte wurde hier Lehm aus der Region Potsdam zu Ziegeln verarbeitet. Heute erinnert die Gestaltung der Anlage an diese abwechslungsreiche Geschichte zwischen Handwerk und Gartenbau.
Jahreszeiten im Wandel: Rückblick auf den Januar
Es ist faszinierend zu sehen, wie sich diese Strecke über das Jahr verändert. Während wir heute das frische Frühlingsgrün genießen, bot sich uns hier am 11. Januar ein ganz anderes Bild. Damals führte die Wanderung bei eisigen Temperaturen und glitzerndem Schnee ebenfalls am Grimnitzsee vorbei. Wo heute die Sonne die Havel glitzern lässt, lag damals eine frostige Stille über der Landschaft – ein toller Kontrast zum heutigen Frühlingserwachen.
Über die Hermann-Oxfort-Promenade zur Altstadt
Der Weg führt schließlich auf die Hermann-Oxfort-Promenade. Von hier aus bietet sich ein wunderbarer Panoramablick auf die Havel: Man sieht bereits die markanten Türme der Altstadt Spandau und das Rathaus am Horizont aufragen. Bevor man den Stadtkern erreicht, führt die Strecke erneut unter einer massiven Brücke hindurch – der modernen Dischingerbrücke, deren Betonunterbau einen ganz anderen Kontrast zur vorherigen Stahlkonstruktion bildet. Das Spiel von Licht und Schatten und die Spiegelungen im ruhigen Wasser der Havel sind auch hier ein toller Kontrast zur Weite der Promenade.
Festungsgeschichte am Stabholzgarten: Das Batardeau und der Rathausblick
Am Ende der Promenade erreichen wir den Stabholzgarten, wo sich Natur und Geschichte auf besondere Weise treffen. Ein markanter Blickfang ist hier das Batardeau, im Volksmund auch einfach „Bär“ genannt. Dieses historische Festungsbauwerk wurde zwischen 1842 und 1845 errichtet, um den Wasserstand im Festungsgraben zu regulieren und ein Trockenlaufen bei Niedrigwasser der Havel zu verhindern. In der massiven Sperrmauer lassen sich heute noch die alten Schießscharten entdecken.
In unmittelbarer Nähe befindet sich zudem das Ehrenmal für die Gefallenen des 5. Garde-Grenadier-Regiments. Mit dem imposanten Turm des Rathauses Spandau im Hintergrund bietet dieser geschichtsträchtige Ort den perfekten Abschluss für unseren morgendlichen Spaziergang. Ein toller Start in den Tag!
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