Winterzauber in Spandau: Eine Entdeckungstour abseits der gewohnten Pfade
Bei eisigen Temperaturen und herrlichem Sonnenschein bot die klare Winterluft heute die perfekte Kulisse für eine ausgiebige Wanderung durch Berlin-Spandau. Um nicht jeden Sonntag den gleichen Ablauf zu haben und die gewohnten Routen wie den Südpark oder die Wanderung zur Busstation Helleberge für einen Moment hinter uns zu lassen, haben wir uns heute eine ganz neue Strecke vorgenommen. Unser Ziel war es, von der Wilhelmstadt aus immer am Wasser entlang Richtung Norden bis zum historischen Kolk zu wandern.
Über zwei Stunden waren wir insgesamt unterwegs und genossen die Ruhe, die sich an einem klirrend kalten Wintertag über die Havel legt. Ein großer Vorteil heute: Christina konnte wieder viel besser laufen, da der Schnee deutlich griffiger war als bei den letzten Malen und sie zudem die passenden Winterschuhe anhatte. So konnten wir das glitzernde Wasser am Grimnitzsee und die frostige Natur in vollen Zügen genießen.
Ein spannender Aspekt dieser Route sind die architektonischen Zeitzeugen, die man passiert. Auf unserem Weg zum Kolk sind wir unter mehreren imposanten Brücken hindurchgelaufen:
- Den Anfang machte die Dischingerbrücke, die als markante Stahlkonstruktion die Wilhelmstadt mit dem Zentrum verbindet.
- Weiter nördlich passierten wir die Havelbrücke Berlin-Spandau, die mit ihrer massiven Bauweise beeindruckt.
- Kurz vor dem Ziel unterquerten wir schließlich die Charlottenbrücke, das historische Tor zur Spandauer Altstadt.
Ein zentrales Stück unseres Weges war die Hermann-Oxfort-Promenade, benannt nach dem ehemaligen Spandauer Bürgermeister. Auch heute kann man hier noch die Lastschiffe auf ihrem Weg zur Schleuse Spandau beobachten. Kurz darauf erreichten wir die Sternbergpromenade. Ein kurzer Halt an der Gedenktafel der Familie Sternberg erinnerte uns daran, wie tief verwurzelt die jüdische Historie in unserem Bezirk ist. Ganz in der Nähe, am Lindenufer, findet übrigens jeden Sommer das beliebte Spandauer Havelfest statt – ein schöner Kontrast zur heutigen winterlichen Stille.
Unsere Tour fand ihren krönenden Abschluss im Kolk (Behnitz), dem ältesten Siedlungsgebiet Spandaus. Der Kolk ist die "Wiege Spandaus" – hier scheint die Zeit stillzustehen. Ein besonderes Highlight war der Vorbeigang an den Resten der alten Stadtmauer, die eindrucksvoll zeigen, wie befestigt dieser Ort früher war. Die engen Gassen und die liebevoll restaurierten Fachwerkhäuser haben die Jahrhunderte fast unbeschadet überstanden.
Vom Kolk aus schlenderten wir schließlich noch durch die Spandauer Altstadt, bevor es mit dem Bus bequem wieder zurück nach Hause ging. Es war die ideale Abwechslung zu unseren sonstigen Sonntagstraditionen in Berlin.
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Update: 01.03.2026


















