Große Umrundung des Tegeler Sees: 18 Kilometer zwischen Natur und moderner Wasserstadt
Eine Wanderung rund um den Tegeler See gehört zu den absoluten Klassikern im Berliner Norden. Auf einer abwechslungsreichen Strecke von gut 18 Kilometern erleben Sie eine beeindruckende Mischung aus maritimen Promenaden, zukunftweisender Architektur und dichten Forsten.
Start im Herzen von Reinickendorf
Pünktlich um 9 Uhr begann meine Tour an der Greenwichpromenade in Alt-Tegel. Wer hier startet, spürt sofort das maritime Flair und hat eine riesige Auswahl an Einkehrmöglichkeiten wie das Restaurant Tegeler Seeterrassen oder den Pavillon am See. Direkt an der Promenade hat man zudem eine große Auswahl an Schiffsverbindungen für Rundfahrten.
Ein besonderes Detail am Startpunkt ist die klassische, rote englische Telefonzelle, die als Wahrzeichen ein beliebtes Fotomotiv ist.
Von dort führt der Weg nach links zum Kanonenplatz. Hier steht die namensgebende, historische Kanone, die den Blick über das Wasser einrahmt. Während ich heute dort den Uferweg einschlug, weckte der Ort Erinnerungen: In einem harten Winter bin ich bei zugefrorenem See direkt von der Promenade über das Eis bis zum Strandbad Tegel gelaufen – ein Abenteuer, das ich damals unter dem Titel „Über den Tegeler See“ in meinem Blog festhielt.
Nostalgie am Strandbad und kulinarische Stopps
Nach einer kleinen baustellenbedingten Umleitung erreichte ich das Strandbad Reiswerder. Dieser Ort ist ein echtes Stück Heimatgeschichte:
- Tradition seit 1925: Schon seit über 100 Jahren ist das Bad ein beliebter Anlaufpunkt.
- Die Insel der Berliner: Bekannt für seinen Natursandstrand, bietet es damals wie heute die perfekte Erholung.
- Einkehr-Tipps am Weg: Wer hier eine Pause braucht, findet im Biergarten Restaurant Fährhaus Saatwinkel eine tolle Adresse direkt am Wasser. Auch die bunte Wasserrettungsstation Reiswerder ist ein toller Blickfang am Wegesrand.
Über Brücken zur modernen Wasserstadt
Der Weg führt weiter Richtung Süden zur Wasserstadt Spandau.
- Saatwinkler Steg: Die massive Stahlkonstruktion über den Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal bietet spannende Einblicke in die Industriearchitektur.
- Rohrdammbrücke & Neubauten: Über die Rohrdammbrücke geht es vorbei an zahlreichen modernen Wohnquartieren direkt am Wasser.
Fährverbindungen: Auto vs. Personenfähre
Ein Highlight ist die Überquerung der Havel zwischen Tegelort und Hakenfelde. Hier gibt es zwei wichtige Optionen:
- Autofähre „Hol Über III“ (Burchardi): Diese Fähre pendelt alle 10 Minuten an 365 Tagen im Jahr. Die Überfahrt für Fußgänger kostet 1 € (BVG-Tickets gelten nicht). Direkt am Anleger liegt das Restaurant Himmel und Havel.
Wandel am Ufer und das Naturdenkmal „Dicke Marie“
Auf dem letzten Abschnitt durch den Tegeler Forst fallen die vielen neuen Eigentumswohnungen auf, die zwischen Wanderweg und Wasser entstanden sind.
Ebenfalls findet man immer wieder kleine Badebuchten und zahlreiche Bänke direkt am Wasser, die ideal für eine kurze Rast oder zum Ausruhen sind. Für heiße Tage ist natürlich das Strandbad Tegel der perfekte Anlaufpunkt.
Als beeindruckender Kontrast dazu steht die Alte Eiche „Dicke Marie“.
- Nationalerbe-Baum: Seit 2021 gehört diese bis zu 1000 Jahre alte Stieleiche offiziell zu den bedeutendsten Bäumen Deutschlands.
- Schutz: Zum Schutz des Wurzelwerks ist der Bereich direkt unter dem Baum abgesperrt.
Das Finale über die Sechserbrücke
Gegen 12:30 Uhr erreichte ich nach genau dreieinhalb Stunden reiner Gehzeit wieder Alt-Tegel. Zum krönenden Abschluss der Runde bin ich über die berühmte Sechserbrücke gelaufen, die in ihrer vollen Pracht den Hafen vom See trennt.
Obwohl die Promenade unzählige Möglichkeiten für Kaffee, Eis oder ein Essen bietet, habe ich heute auf die Einkehr verzichtet und mich nach der erfolgreichen 18-km-Runde direkt auf den Heimweg gemacht.
Wanderstatistik
- Gesamtlänge: ca. 18,1 km
- Gehzeit mit kleiner Pause 3 Std. 30 Min.
- Höhenprofil: Sehr flach, nur minimale Steigung
Meine letzten drei Wanderungen:
- 06. April 2026: Wandern-Hennigsdorf-Spandau-Mauerweg-Havel
- 13. März 2026: Wanderung-Havelhöhenweg-Grunewald
- 11. März 2026: Wanderung-Glindower-Alpen-Werder-Geschichte

















