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Winterzauber in Linz am Rhein-Altstadt


Der Start in unser Silvester-Abenteuer


​Unser Reisetag am Samstag begann sehr früh: Um 5:20 Uhr klingelte in Spandau bereits der Wecker. Während die Stadt noch schlief, war ich schon in der Küche aktiv. Da Christina keinen Kaffee trinkt, habe ich mir erst einmal alleine meinen Kaffee gekocht. Erst danach habe ich Christina geweckt. Da sie ihre eigene Wohnung hat, schläft sie meist nur bei mir, wenn wir gemeinsam auf Reisen gehen.

​Generell ist das Reisen heute anders als früher. Vor 20 oder 30 Jahren war man vor einer Reise einfach nur voller Vorfreude und Aufregung. Heute schwingt eigentlich immer ein wenig Ärger oder Sorge mit, weil man schon im Hinterkopf hat, dass die Bahn wieder „Zicken“ macht und Verspätung haben könnte. Das ist mittlerweile ein dauerhaftes Gefühl bei jeder Fahrt.

​Trotzdem lassen wir uns die Freude nicht nehmen. Dabei wäre es fast schiefgegangen: Erst am Heiligabend war mir beim Blick in den Fahrplan aufgefallen, dass der Bus M32 am Samstagmorgen nur alle 20 Minuten fährt. Die nächste Verbindung wäre erst um 06:42 Uhr gekommen – viel zu spät für unseren ICE um 06:59 Uhr. Da ich zudem Sorge hatte, dass die Fahrt um 06:22 Uhr aufgrund von Personalausfällen kurzfristig entfallen könnte, habe ich sofort umgeplant. Um kein Risiko einzugehen, habe ich das Taxi via taxi.eu App am 26.12.2025 für 06:20 Uhr direkt in meine Straße vorbestellt. So konnten wir ganz bequem vor der Schranke einsteigen und kamen ohne jede Hektik am Bahnhof an.


Unerwartete Wendung auf der Schiene


​Noch gestern Abend dachte ich, es sei an alles gedacht alles würde reibungslos verlaufen. Die Vorfreude war groß und die Planung stand fest.

​Doch die Realität sah dann leider anders aus. Dabei hatte ich eigentlich alles sehr vorausschauend geplant: Bereits im Oktober hatte ich mich bewusst für die günstigste Reisevariante über Düsseldorf entschieden. Ursprünglich war die Weiterfahrt von Düsseldorf Hbf nach Linz (Rhein) über Köln-Deutz mit der Regionalbahn für die Zeit von 11:59 Uhr bis 13:36 Uhr geplant.

​Doch trotz dieser sorgfältigen Vorbereitung gab es massive Probleme bei der Anfahrt von Berlin-Spandau. Grund dafür war ein technischer Defekt am Fahrzeug, durch den unser ICE 644 in Minden vorzeitig gestoppt wurde – Endstation.

​Inmitten des Trubels am Bahnsteig hielten wir Ausschau nach Alternativen und stiegen in den ICE 944 bis Düsseldorf um. Im Zug habe ich dann gezielt das Gespräch gesucht und einen sehr freundlichen Zugbegleiter angesprochen. Ich schilderte ihm unsere Situation und die drohende Verspätung. Er reagierte sehr verständnisvoll und hilfsbereit. Dank dieses persönlichen Gesprächs erhielten wir von ihm eine offizielle Freigabe zur Weiterfahrt mit dem ICE 107 von Düsseldorf bis Köln.

​Aufgrund dieser turbulenten Situation und der notwendigen Umstiege war nun allerdings kein größerer Aufenthalt für ein gemeinsames Mittagessen mehr möglich, das wir eigentlich fest eingeplant hatten.

​In Köln konnten wir unsere Reise um 13:06 Uhr trotzdem zügig Richtung Koblenz fortsetzen und erreichten Linz am Rhein schließlich um 14:00 Uhr – nur 24 Minuten später als ursprünglich geplant. Ohne diese Freigabe für den schnelleren Zug hätten wir mit der Regionalbahn erst um 15:36 Uhr unser Ziel erreicht. Ein großes Dankeschön an den freundlichen Zugbegleiter für diese unbürokratische und menschliche Lösung!

​Am 27. Dezember bezogen wir unsere Ferienwohnung „Lilli“.


Ein kleines Jubiläum


​Unsere Treue zu Linz am Rhein hat mittlerweile Tradition. Nachdem wir bereits die Jahreswechsel 2018/2019 und 2019/2020 hier verbracht haben, sind wir nach einer Pause seit 2023 und 2024 wieder regelmäßig in der „Bunten Stadt“ zu Gast. Mit der diesjährigen Reise ist es nun insgesamt unser fünfter Aufenthalt zu Silvester.

​Es fühlt sich jedes Mal ein bisschen mehr nach „Heimkommen“ an, wenn wir die Schlüssel bei Frau Kräften abholen. Auch wenn der Preis für die Woche nun auf 390 Euro angepasst wurde, schätzen wir die Beständigkeit und die unschlagbare Lage direkt zwischen Burgplatz und Marktplatz sehr.


Wissenswertes zur Buchung


​Wir wussten bereits seit Januar, als wir buchten, dass die Wohnung in diesem Jahr 390 € kostet – 40 € mehr als in den Jahren zuvor. Trotz dieser Preissteigerung war die Entscheidung leicht: Die unschlagbare Lage direkt zwischen Burgplatz und Marktplatz ist das Geld absolut wert. Wir haben bundesweit noch keine andere Ferienwohnung gefunden, die so zentral direkt in der Altstadt zu diesem Preis liegt. Ehrlich gesagt ist es einer der Orte, an dem ich mich mehr zu Hause fühle als in meiner eigenen Wohnung.

​Das ist auch der Grund, warum wir immer am Abreisetag, dem 3. Januar, direkt im Zug auf der Rückfahrt nach Berlin die nächste Buchung für den kommenden Jahreswechsel bei Frau Kräften vornehmen – ab dem 27. Dezember, versteht sich.

​Danach ging es sofort los: Der grundlegende Großeinkauf für die Woche bei EDEKA Fett stand an. Die EDEKA-Filiale ist von unserer Altstadt-Wohnung aus fußläufig in nur ca. 350 Metern schnell zu erreichen. Was die Versorgungslage in der Altstadt so besonders macht: Neben EDEKA haben wir auch noch NORMA und den Feinkost Korkmaz am Buttermarkt in Reichweite, um Kleinigkeiten einzukaufen.


Mein persönliches Fazit zum Ankommen


​„Als wir heute am 27. Dezember die Tür zu unserer Ferienwohnung‚Lilli‘ öffneten, war es sofort wieder da: dieses ganz besondere Gefühl von Vertrautheit. Es ist wirklich faszinierend – obwohl ein ganzes Jahr vergangen ist, kam es uns in diesem Moment so vor, als wäre es erst ein halbes Jahr her, dass wir hier gemeinsam Silvester gefeiert haben. Viele zieht es über die Feiertage vielleicht mit dem Flugzeug in die Ferne oder ans Meer, aber ich sage mir immer wieder: Deutschland hat so schöne Ecken. Mir persönlich reicht Linz am Rhein vollkommen aus. Ich fühle mich hier so unglaublich wohl, dass mit jedem Jahr, das wir wiederkommen, dieses Heimatgefühl nur noch stärker wird. Es braucht keine Fernreise, wenn man einen Ort gefunden hat, an dem man sich mehr zu Hause fühlt als in der eigenen Wohnung.“

​Ab dem nächsten Tag starteten wir von Linz am Rhein aus unsere Tagestouren in die Umgebung!


Lichterglanz am Abend: Ein sanftes Farbenspiel in der Altstadt


​Ein besonderes Highlight bei unserem abendlichen Rundgang ist die kunstvolle Beleuchtung der historischen Plätze. Der Burgplatz, der Marktplatz und der Buttermarkt erstrahlen in einer ganz besonderen Atmosphäre. Die Farben wechseln nicht abrupt, sondern gehen in einer ganz sanften Blende ineinander über. Dieser ruhige Wechsel sorgt dafür, dass die historischen Fassaden der Fachwerkhäuser immer wieder in neuem Licht erscheinen – mal in einem warmen Goldton, dann langsam übergehend in ein tiefes Blau oder ein festliches Rot.

​Für mich als Fotograf war dieser langsame Übergang ideal. Man kann die Kamera mit ruhiger Hand halten und genau den Moment abpassen, in dem die Lichtstimmung am schönsten ist, bevor die nächste Farbe sanft heraufzieht. Es verleiht der „Bunten Stadt am Rhein“ eine fast magische Ruhe, die perfekt zur Zeit zwischen den Jahren passt.




Ein Rückblick auf die Silvesternächte seit 2018


​Wenn ich an unser erstes Silvester in Linz im Jahr 2018 zurückdenke, hat sich die Atmosphäre doch spürbar gewandelt. Damals herrschte eine fast schon ehrfürchtige Disziplin: Das Feuerwerk konzentrierte sich wirklich nur auf die Zeit direkt nach Mitternacht, und bereits nach etwa 20 Minuten kehrte wieder Ruhe ein. Wir haben damals sogar vereinzelt Anwohner gesehen, die noch in der Nacht begannen, vor ihren Häusern zu fegen. Auch im letzten Jahr (2023) war es bis 0 Uhr noch total still in der Altstadt – man hörte vielleicht mal einen einzelnen Böller, aber sonst nichts. Das ist eine Wohltat im Vergleich zu den Großstädten. Ich habe absolut kein Verständnis für die Leute, die dort schon drei oder vier Tage vorher rücksichtslos in den Parks rumballern. Wenn man dort einfach nur gemütlich joggen oder mit dem Fahrrad vorbeifahren möchte, ist diese vorzeitige Knallerei einfach nur nervig und unnötig.


Ein stimmungsvolles Ritual am Marktplatz


​„Ein fester Ankerpunkt an unserem Silvesterabend ist der Gang zum Linzer Rathaus gegen 18 Uhr. Während sich die Altstadt langsam auf den Jahreswechsel vorbereitet, lauschen wir dort dem historischen Glockenspiel. Es ist jedes Mal ein tief beruhigendes Erlebnis, wenn die 23 Glocken ihre besondere Melodie spielen. In diesem Moment scheint die Zeit für einen Augenblick stillzustehen, und der friedliche Klang untermalt den Übergang in das neue Jahr auf eine Weise, die man in der Großstadt so niemals finden würde.“


Warum Linz am Rhein auch im Winter eine Reise wert ist?


​Während sich im Sommer die Massen durch die Gassen schieben, bietet der Jahreswechsel eine ganz besondere Atmosphäre. Die geschmückte Fachwerkkulisse und das festliche Glockenspiel am Rathaus wirken im Winter noch viel intensiver. Für mich ist Linz gerade für Wintergäste ein wertvoller Ort, um das Jahr mit Herz und Ruhe ausklingen zu lassen. Wir tauschen den Berliner Trubel nur zu gerne gegen die winterliche Herzlichkeit der Linzer Altstadt ein. Gerade in der stillen Jahreszeit zeigt sich der wahre Charme dieser Stadt.



Update:


​Da der Linzer Adventszauber zur Weihnachtszeit immer ein besonderes Highlight ist, haben wir schon mal die voraussichtlichen Termine für 2026 berechnet. Auch wenn die offizielle Bestätigung der Stadt meist erst später im Jahr folgt, findet der Adventszauber in der "Bunten Stadt am Rhein" traditionell an den Adventswochenenden statt:

    • ​Advent: 27.11. – 29.11.2026
    • ​Advent: 04.12. – 06.12.2026
    • ​Advent: 11.12. – 13.12.2026
    • ​Advent: 18.12. – 20.12.2026


Nachtrag April 2026: Ein Stück Linz am Rhein im Herzen


​„Während ich diese Zeilen schreibe, läuft bei mir im Hintergrund die Aufnahme des Neujahrskonzerts von diesem Jahr. Sofort zieht es mich gedanklich wieder drei Monate zurück in den Januar nach Linz am Rhein. Ich schaue mir die Bilder von damals an und spüre sofort wieder diese ganz besondere Ruhe, die dieser Ort ausstrahlt.

​An Tagen wie heute, an denen die innere Unruhe besonders laut ist, ist diese Erinnerung wie ein Anker. In Linz scheint die Zeit ein wenig langsamer zu laufen, und das tut einfach unendlich gut.

​Umso mehr freue ich mich über die positiven Nachrichten aus der Region, die ich gerade im NR-Kurier gelesen habe. Dass die Aktion 'Linz putzt sich raus' jetzt im April stattfindet und die Stadt für das Frühjahr fit gemacht wird, zeigt, wie viel Herzblut in diesem Ort steckt. Auch kulturell passiert viel – die neue Ausstellung 'Crazy World' von Jörg Wagner im Rahmen von 'Kunst im Fluss' ist ein tolles Zeichen für die Lebendigkeit der Stadt.

​Diese Mischung aus Tradition, wie dem Neujahrskonzert im Januar, und dem aktiven Gemeinschaftsleben im Frühling macht Linz für mich zu meinem absoluten Rückzugsort. Auch wenn ich heute den Berliner Asphalt unter den Füßen spüre, im Kopf bin ich gerade kurz in den Gassen von Linz.“


Warum Linz am Rhein mein persönlicher Ruhepol ist


​Oft werde ich gefragt, warum ich so viel unterwegs bin. Die Wahrheit ist: In meiner Wohnung in Berlin fühle ich mich oft wie in einem Wartezimmer am Bahnhof – immer bereit für den nächsten Tag, immer unter einer gewissen Grundspannung. Erst wenn ich in Linz am Rhein ankomme, fällt diese Last von mir ab. Dort fühle ich mich „wohnlicher“ als in meinen eigenen vier Wänden. Wenn ich abends durch die stillen Gassen der Altstadt gehe und die warme Beleuchtung auf dem Fachwerk sehe, habe ich das Gefühl, endlich im „Wohnzimmer“ meines Lebens angekommen zu sein. Linz gibt mir das Zuhause-Gefühl, das mir in der Großstadt verloren gegangen ist.

​Es ist diese ganz besondere Kombination aus sensorischer Entlastung und Beständigkeit. Seit 5 Jahren ist Linz mein Ankerpunkt zum Jahreswechsel. Hier finde ich die Heilung durch Bewegung, die ich so dringend brauche. Das „Gedankenkarussell“ kommt endlich zum Stillstand. Deshalb ist Linz für mich mehr als nur ein Urlaubsziel; es ist ein Stück Lebensqualität und mein Rückzugsraum, in dem ich die Stille finde, die mir im Alltag oft fehlt.



Update: 23.04.2026