Natur pur im Berliner Osten: Auf Wanderwegen von Köpenick über den Müggelturm nach Grünau
Die Wanderung startete am S-Bahnhof Köpenick. Von dort aus führte der Weg zunächst in südlicher Richtung, um die grünen Ausläufer des Berliner Ostens zu erreichen. Ein erstes großes Highlight der Strecke war der anschließende Abschnitt entlang der idyllischen Müggelsee-Promenade.
Direkt am Wasser boten sich hier nicht nur tolle Ausblicke, sondern auch faszinierende Entdeckungen am Wegesrand: Kunstvoll in das Holz alter Baumstämme geschnitzte Skulpturen, darunter ein detailreiches Wildschwein und markante Gesichter, säumten den Pfad und luden zum Verweilen ein.
Kurz darauf passierte man den Einstieg zum Erlebnisweg Müggelberge Teufelssee. Dieser interaktive Lehrpfad stimmte mit seinen Informationstafeln wunderbar auf die reiche Natur, die urigen Waldlandschaften und die Geschichten rund um das nahegelegene Moor ein.
Direkt im Anschluss begann der anspruchsvollste und sportlichste Teil der Tour Richtung Müggelturm. Der Weg führte zu den markanten Stufen, die sich steil durch den dichten Wald den Berg hinaufwinden. Eine Infotafel am Fuß des Aufstiegs verrät Wissenswertes zur Geschichte dieses Ortes: Der Kleine Müggelberg bringt es auf eine Höhe von 88 Metern und ist Teil der bis zu 115 Meter hohen Müggelberge. Der rund 30 Meter hohe Aussichtsturm auf seiner Spitze blickt auf eine lange Tradition zurück und wurde bereits am 31. Dezember 1961 feierlich eröffnet. Zu DDR-Zeiten galt das Bauwerk mit seiner Weinstube und der einladenden Sonnenterrasse als absoluter Publikumsmagnet für Ausflügler. Nach einer wechselhaften Phase nach der Wende sorgt seit 2018 ein neuer Investor für frischen Wind auf dem Berg. Zudem gab es an exakt dieser Stelle sogar schon einen historischen Vorgängerturm.
Nachdem die Stufen erfolgreich bezwungen waren, bog der Weg nach rechts ab. Schon nach wenigen Schritten kam der markante Müggelturm in Sicht, der imposant aus dem dichten Wald emporragt.
Vor Ort informierte eine Übersichtstafel über die aktuellen Eintrittspreise für den Müggelturm: Der reguläre Eintritt für Erwachsene beträgt 6,- €. Ein ermäßigter Preis von 3,- € gilt für Kinder bis 14 Jahre, Schüler, Studenten und Rentner, während Geburtstagskinder gegen Nachweis freien Eintritt genießen. Zudem gibt es spezielle Sonder-Eintrittsregelungen mit freiem Eintritt an bestimmten Aktionstagen – wie dem Valentinstag für Paare, dem Frauentag für Damen, dem Muttertag für Mütter, dem Kindertag für Kinder, dem ersten Sommerferientag für Schüler sowie dem Rentnertag für Rentner.
Hier wurde sogleich der Aufstieg über die exakt 126 Stufen des Turms in Angriff genommen. Die Aussichtsplattform des Turms befindet sich auf einer Höhe von stolzen 120 Metern über dem Meeresspiegel. Oben angekommen, bot sich bei den idealen Wetterbedingungen ein fantastischer, bis zu 60 Kilometer weiter Panoramablick in alle Himmelsrichtungen. Dieser reichte weit über das dichte Waldgebiet hinweg und ermöglichte eine freie Sicht auf den Langen See (Dahme) sowie auf den Müggelsee. Sogar markante Orientierungspunkte wie der Fernseturm am Alexanderplatz, der Spreewald ließen sich am Horizont ausmachen.
Obwohl vor Ort ein kleiner Imbiss zur Verfügung stand, wurde auf eine Einkehr verzichtet. Da der Zeitplan noch gut im Rahmen lag und eigener Proviant im Rucksack mitgeführt wurde, reichte eine kurze Rast vollkommen aus.
Vom Müggelturm aus führte die Route im Anschluss wieder durch schattige Waldabschnitte hinab, bis schließlich die Dahme erreicht wurde. An der Fährstation Müggelbergallee ging es an Bord der BVG-Fähre F12.
Auf dem verbleibenden, kurzen Fußweg in Richtung S-Bahnhof Grünau hielt die Strecke noch eine überraschende Entdeckung bereit: Beim Passieren der Eibseestraße und der Walchenseestraße wurden sofort Erinnerungen an den letzten Reise nach Mittenwald wach. Diese alphinen Straßennamen passten ganz hervorragend zur aktuellen Reiseplanung, da es auf den Tag genau morgen in zwei Wochen wieder in Richtung der bayerischen Bergwelt geht. Passend zu dieser Einstimmung wurde am selben Morgen bereits eine E-Mail bezüglich der ungefähren Ankunftszeit an den dortigen Vermieter gesendet. Dieser antwortete prompt mit der erfreulichen Nachricht, die anreisenden Gäste direkt persönlich vom Bahnhof in Mittenwald abzuholen. Nach diesem schönen Vorgeschmack auf die Berge war schließlich der S-Bahnhof Grünau erreicht, von wo aus es mit der S-Bahn wieder zurück nach Hause ging.
Wer diese abwechslungsreiche Strecke nun selbst einmal nachwandern möchte, findet den genauen Routenverlauf hier auf meinem Komoot-Profil.
Meine letzten Wanderberichte:
29. Mai 2026: Lichterfelde Süd - Alpengipfel Marienfelde - Kirschblütenallee
27. Mai 2026: Wanderung: Wustermark - Dyrotz - Buchow - Karpzow
22. Mai 2026: Wanderung - Potsdam - Ravensberge - Teufelsee - Templiner See












