· 

Marktoberdorf


Endlich wieder in Bayern: Unser Heimkommen ins Allgäu


​Nach über drei Jahren sind wir endlich wieder im schönen Bayern! Es fühlt sich an wie ein kleines Nachhausekommen. Unsere gemütliche Ferienwohnung in Marktoberdorf liegt ideal im Allgäuer Alpenvorland. Der Ausblick allein ist schon eine Reise wert: Direkt vor unserem Fenster erstreckt sich das beeindruckende Panorama der Allgäuer Alpen und des Ammergebirges.

​Marktoberdorf, die Kreisstadt des Ostallgäus, hat weit mehr zu bieten als nur eine beeindruckende Kulisse. Schon die alten Römer wussten die strategisch gute Lage zu schätzen. Heute ist die Stadt eine reizvolle Mischung aus dörflichem Leben und historischem Charme. Zahlreiche ehrwürdige Kirchen wie die Stadtpfarrkirche St. Martin auf dem Schlossberg, ein Juwel des Rokoko, oder die Frauenkapelle am Marktplatz prägen das Stadtbild. Auch das historische Fürstbischöfliche Schloss, das heute die Bayerische Musikakademie beherbergt, ist ein kulturelles Highlight.

​Der Anreisetag selbst war, wie es so oft ist, etwas ruhiger. Nachdem wir unsere Wohnung bezogen hatten, nutzten wir die Zeit, um erste Einkäufe zu erledigen und uns gemütlich einzurichten. Wir sind schon ganz gespannt auf alles, was wir hier in der bayerischen Umgebung erleben werden.

​In den nächsten Tagen werden wir euch unsere liebsten Ausflugsziele in der Region vorstellen. Seid gespannt auf spannende Wanderungen, einzigartige Sehenswürdigkeiten und kulinarische Entdeckungen.

Marktoberdorf Marktplatz



Die Geschichte Marktoberdorfs: Ein Blick in die Vergangenheit der Kreisstadt


​Marktoberdorf, die charmante Kreisstadt im Ostallgäu, ist mehr als nur ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die Berge. Ihre Geschichte ist tief in den fruchtbaren Boden des Allgäus verwurzelt und reicht weit zurück. Von den Römern über Fürstbischöfe bis hin zum Aufstieg als Industriestandort – Marktoberdorf hat eine bewegte Vergangenheit, die man an vielen Ecken der Stadt noch heute spüren kann.

​Von Kelten, Römern und einem Königshof

​Schon vor der Zeitenwende war das Gebiet um Marktoberdorf besiedelt. Erste Spuren deuten auf die Kelten hin, bevor die Römer die Region im Jahr 15 v. Chr. eroberten. Zeugnis dieser Zeit ist die Ruine einer römischen "Villa Rustica" im Ortsteil Kohlhunden, ein Zeichen dafür, dass schon die Römer die günstige Lage und die fruchtbaren Böden zu schätzen wussten.

​Nach dem Zerfall des Römischen Reiches ließen sich hier die Alamannen nieder, und im 8. Jahrhundert gründeten die Franken an einem strategisch wichtigen Punkt einen Königshof. Dieser Königshof, auch "Oberdorf" genannt, wurde zur Keimzelle der späteren Stadt.

​Vom Markt zum Sitz der Fürstbischöfe

​Ein entscheidender Schritt in der Entwicklung des Ortes war die Verleihung des Marktrechts im Jahr 1453 durch Kaiser Friedrich III. Fortan durfte sich der Ort "Markt Oberdorf" nennen, was ihm Handel, Wohlstand und eine größere Bedeutung verlieh.

​Die größte Blütezeit erlebte Marktoberdorf jedoch unter der Herrschaft der Fürstbischöfe von Augsburg. Im 18. Jahrhundert ließen sie das heute noch sichtbare Schloss im eleganten Barockstil neu erbauen. Es diente den Fürstbischöfen als repräsentatives Jagdschloss und Sommerresidenz. Die bis heute erhaltene Lindenallee, die der letzte Fürstbischof Clemens Wenzeslaus anlegen ließ, zeugt von dieser prunkvollen Ära.

​Industrialisierung und Stadterhebung

​Mit der Säkularisation im Jahr 1803 ging die Herrschaft der Fürstbischöfe zu Ende und Marktoberdorf wurde Teil des Königreichs Bayern. Im 19. Jahrhundert begann die Industrialisierung. Der Anschluss an das Eisenbahnnetz 1876 beflügelte Handel und Wirtschaft.

​Eine ganz besondere Rolle in der Geschichte Marktoberdorfs spielt der Name Fendt. Im Jahr 1930 begann hier das Unternehmen, seine ersten Dieselrössli-Traktoren zu bauen, die die Landwirtschaft revolutionierten. Fendt prägt bis heute das wirtschaftliche Leben der Stadt.

​Der endgültige Höhepunkt war die Erhebung zur Stadt im Jahr 1953. Dies würdigte die wachsende Bedeutung und die Rolle Marktoberdorfs als zentraler Ort in der Region.

​Heute ist Marktoberdorf eine moderne, lebendige Stadt, die ihre reiche Geschichte stolz präsentiert. Das Stadtmuseum am Marktplatz erzählt die spannende Vergangenheit und das barocke Schloss, das heute die Bayerische Musikakademie beherbergt, erinnert an die glanzvollen Zeiten der Fürstbischöfe. Wer durch die Gassen schlendert oder das Schloss besichtigt, taucht in eine Welt ein, in der Tradition und Fortschritt Hand in Hand gehen.