Ein perfekter Tag am Großen Brombachsee
„Ich freue mich, wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.“ – Dieses kluge Zitat von Karl Valentin begleitete uns heute. Und tatsächlich: Wir ließen uns von der aktuellen
Wetterlage nicht abhalten, den wunderschönen Großen Brombachsee in Franken zu besuchen. Und es hat sich gelohnt!
Der See ist ja bekannt für seine malerischen Rad- und Wanderwege, die sich perfekt für Erkundungen der Uferlandschaft eignen. Dazu tummeln sich Boote, Segler und Surfer auf der glitzernden
Wasseroberfläche – ein wirklich lebendiges Bild, auch bei leichtem Nieselregen.
Unser Abenteuer begann entspannt mit einer Busfahrt der Linie 699 von Pleinfeld zum Ramsberg Seezentrum. Der leichte Nieselregen konnte unserer guten Laune dabei nichts anhaben! Unser erster
Anlaufpunkt war ein gemütlicher Spaziergang zur Jakobus-Kapelle, die einen atemberaubenden Ausblick auf den See bietet. Diese ökumenische Kapelle ist wirklich besonders: Sie wurde durch
das enorme Engagement freiwilliger Helfer beider Konfessionen erbaut und im Jahr 2000 eingeweiht. Es ist beeindruckend zu sehen, wie mit bescheidenen Mitteln ein so schöner Ort der Besinnung
geschaffen wurde.
Nach dem Besuch der Kapelle schlenderten wir weiter zur Schiffsanlegestelle Ramsberg und genossen die entspannte Atmosphäre direkt am Ufer. Entlang des Sees laden ja unzählige Badestellen und
Strandcafés zum Verweilen ein. Anstatt uns für eine Schifffahrt zu entscheiden, wählten wir den etwa 5 Kilometer langen Rückweg nach Pleinfeld zu Fuß. Das sparte uns nicht nur Zeit, sondern auch
etwas Geld – und wir konnten die Natur noch intensiver genießen.
In Pleinfeld angekommen, erledigten wir noch einen kleinen Einkauf, bevor wir den Tag mit einem wohlverdienten und köstlichen Abendessen aus Spaghetti Bolognese perfekt ausklingen ließen.
Was für ein wunderbarer Tag am Großen Brombachsee – der uns wieder einmal gezeigt hat, dass man sich das Glück nicht vom Wetter diktieren lassen sollte!
Der Brombachsee: Ein See mit einem besonderen Auftrag
Der Brombachsee ist kein Natursee, sondern das Ergebnis eines der größten wasserwirtschaftlichen Projekte Bayerns. Seine Geschichte ist relativ jung, aber umso faszinierender, da er das Herzstück des Fränkischen Seenlands bildet, das in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geschaffen wurde.
Die Idee: Ein Wasserausgleich für Bayern
Die Entstehung des Brombachsees ist eng mit einem historischen Ungleichgewicht in Bayern verbunden:
Das Problem: Während Nordbayern (insbesondere die Region um Nürnberg und Erlangen) mit häufiger Wasserknappheit zu kämpfen hatte, war das Altmühltal im Süden oft von schweren Hochwassern betroffen.
Die Lösung: In den 1960er Jahren wurde die Idee geboren, das Wasser der Donau und ihrer Zuflüsse in den trockeneren Norden überzuleiten. Dieser Plan, der 1970 vom Bayerischen Landtag beschlossen wurde, sah den Bau einer Reihe von Stauseen vor, die sowohl dem Hochwasserschutz als auch der Wasserregulierung dienen sollten.
Die Realisierung: Ein Großprojekt entsteht
Die Bauarbeiten am Brombachsee begannen 1970 mit der Errichtung der Vorsperren, dem Kleinen Brombachsee und dem Igelsbachsee. Diese dienten der Vorklärung des Wassers und der Kontrolle des Zuflusses
Der Bau des Großen Brombachsees, der mit rund 9,3 km² größten Wasserfläche, begann 1983. Für die Schaffung dieses riesigen Sees mussten weite landwirtschaftliche Flächen und sogar Teile von Dörfern umgesiedelt werden. Das Tal, in dem der See heute liegt, wurde geflutet.
Der See wurde speziell für die sogenannte Donau-Main-Überleitung konzipiert. Er fungiert als großer Speichersee, der über einen 2,7 Kilometer langen Stollen und den Kleinen Brombachsee Wasser aus dem Altmühlsee und damit aus der Altmühl erhält. Von hier aus wird das Wasser über den Brombach-Hauptdamm in das Tal des Flusses Rezat geleitet und fließt von dort in den Main-Donau-Kanal.
Ein See wird zum Tourismusmagnet
Der Brombachsee wurde im Jahr 2000 offiziell in Betrieb genommen, nachdem die Überleitung abgeschlossen war. Obwohl sein Hauptzweck die Wasserregulierung ist, hat er eine massive und positive Nebenwirkung: Er hat sich zu einem der beliebtesten Freizeit- und Erholungsgebiete in Bayern entwickelt.
Heute ist der See ein Paradies für Wassersportler und Naturliebhaber. Segeln, Surfen, Baden, Kanufahren und Radfahren auf dem 17 Kilometer langen Rundweg sind beliebte Aktivitäten. Die reiche Fauna und Flora haben den Brombachsee zudem zu einem wichtigen Naturraum gemacht.
So vereint der Brombachsee auf einzigartige Weise Ingenieurkunst mit Naturerlebnis und hat eine ganze Region wirtschaftlich und touristisch neu belebt.