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Altmühlsee


Ein perfekter Tag am Altmühlsee

– das erwartet uns im Herzen des Fränkischen Seenlands


Mit seinen Sandstränden und weitläufigen Liegewiesen ist der Altmühlsee das ideale Ziel für einen entspannten Urlaub. Die Region bietet vielfältige Freizeitmöglichkeiten: Zwei geteilte Wege laden zum Verweilen ein. Radfahrer nutzen einen gut asphaltierten Weg, während Wanderer und Spaziergänger auf einer naturnahen Route direkt am Ufer die Ruhe genießen.

 

Eine Kreuzfahrt auf der MS Altmühlsee

 

Die beste Möglichkeit, den See zu erkunden und die malerische Landschaft in ihrer ganzen Pracht zu erleben, ist eine Fahrt mit der MS Altmühlsee, auch liebevoll „Betty“ genannt. Das Schiff, ursprünglich am Forggensee eingesetzt, hat seit 1985 seine Heimat am Altmühlsee und verbindet die verschiedenen Seezentren.

An unserem letzten Tag in Mittelfranken hatten wir strahlenden Sonnenschein und entschieden uns für eine einstündige Kreuzfahrt. Unter der Woche starten die Fahrten mehrmals täglich. Wir stiegen am Seezentrum Schlungenhof nahe Gunzenhausen ein. Die Anreise ist unkompliziert: Von Pleinfeld aus erreichen Sie Gunzenhausen in nur 17 Minuten mit der Regionalbahn, und von dort sind es nur wenige Gehminuten zum See.

Vor unserer Fahrt genossen wir die fränkische Küche im Seerestaurant Strandblick in der Seestraße 19. Mit seiner Sonnenterrasse und dem herrlichen Ausblick war es die perfekte Wahl. Wir bestellten Flammkuchen und Salat mit Putenstreifen – beides war köstlich. Freundlicher Service und schnelles Essen machten das Mittagessen zu einem Genuss.

Gegen 12:40 Uhr ging es dann an Bord der MS Altmühlsee. Während der Fahrt gab Kapitänin Phoebe Preiß spannende Einblicke und interessante Fakten über den Altmühlsee. Die Kreuzfahrt war ein gelungener Abschluss unserer sechstägigen Reise. Morgen reisen wir mit vielen schönen Erinnerungen nach Berlin zurück.

Infos:

MS-Altmühlsee

https://www.altmuehlsee.de/seezentrum-schlungenhof-94.html



Etwas über den Altmühlsee

Der Altmühlsee: Eine junge Geschichte mit großem Zweck

Anders als viele historische Gewässer ist der Altmühlsee kein Natursee, sondern ein künstlich geschaffenes Gewässer mit einer relativ jungen, aber sehr spannenden Geschichte. Er ist das Herzstück des sogenannten Fränkischen Seenlands, das in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand.


Die Notwendigkeit: Hochwasserschutz und Wasserausgleich


​Die Hauptaufgabe des Altmühlsees und der anderen Seen in der Region war die Lösung eines großen wasserwirtschaftlichen Problems in Bayern. Während Nordbayern (insbesondere die Region um Nürnberg und Erlangen) oft unter Wasserknappheit litt, kam es im wasserreichen Altmühltal im Süden immer wieder zu Hochwasserkatastrophen.

​Um dieses Ungleichgewicht zu beseitigen, beschloss der Bayerische Landtag im Jahr 1970 den Bau eines komplexen Systems aus Seen, Kanälen und Überleitern. Die Idee war, das Hochwasser aus dem Altmühltal aufzufangen und das Wasser bei Bedarf über den Main-Donau-Kanal in den wasserarmen Norden umzuleiten.


Der Bau: Von den Wiesen zur Seenlandschaft


​Der Bau des Altmühlsees begann 1976. Das riesige Projekt veränderte die Landschaft des Altmühltals grundlegend. Wo früher Wiesen, Äcker und kleine Bachläufe waren, entstand ein 4,5 Quadratkilometer großes Staubecken. Der See wird von einem ringförmigen Damm umschlossen, der heute als beliebter Rad- und Wanderweg dient.

​Im Jahr 1984 wurde der See geflutet und 1986 seiner offiziellen Bestimmung übergeben. Seitdem dient der See als wichtiger Wasserspeicher, der bei Hochwasser über einen speziellen Zuleiter Wasser aus der Altmühl aufnimmt. Die Altmühl selbst wurde um den See herumgeführt.


Ein Nebeneffekt mit großer Wirkung: Tourismus und Natur


​Der Bau des Altmühlsees hatte jedoch nicht nur einen wasserwirtschaftlichen Zweck. Er sollte auch die strukturschwache Region wirtschaftlich beleben. Und dieser Plan ging auf. Der See entwickelte sich schnell zu einem beliebten Freizeit- und Erholungsgebiet.

​Heute ist der Altmühlsee bekannt für seine vielfältigen Freizeitmöglichkeiten: Segeln, Surfen, Baden und Radfahren sind hier besonders beliebt. Eine Besonderheit des Sees ist die Vogelinsel, ein geschütztes Brutgebiet für seltene Vogelarten, das fast die Hälfte der Seefläche einnimmt. So wurde aus einem reinen Ingenieurprojekt ein wertvolles Natur- und Erholungsgebiet, das jedes Jahr Tausende von Besuchern anzieht.