Ausflug ins Rohrmoos:
Fahrt mit dem Oberstdorfer Marktbähnle
Die Fahrt mit dem Oberstdorfer Marktbähnle ist ein unvergessliches Erlebnis, das sich perfekt für Naturliebhaber und Erholungssuchende eignet. Meine gebuchte Tour startet an der Haltestelle im Kurpark von Oberstdorf und führt mich ins malerische Naturschutzgebiet Rohrmoos, wo die Natur in voller Pracht erstrahlt. Entlang der Mautstraße genieße ich die beeindruckende Kulisse der Berge, während wir die Alpe Schattwald passieren. Dieser idyllische Ort ist bekannt für seine spektakulären Ausblicke und die herzliche Gastfreundschaft. Im charmanten Weiler Rohrmoos angekommen, wird schnell klar, warum dieser Ort so beliebt ist. Die Möglichkeit zur Rast im Berggasthaus Rohrmoos oder auf der Alpe Schattwald ist ein Highlight der Tour. Hier kann man exzellenten Käse probieren und die regionale Küche genießen, während man den Blick auf die umliegenden Berge schweifen lässt. Ein Rundgang durch den Ort bietet die Gelegenheit, die Atmosphäre in vollen Zügen zu erleben und die altehrwürdige Holzkapelle, die älteste ihrer Art in Deutschland, zu besichtigen. Trotz der Schönheit des Ausflugs trübten heute wiederkehrende Gewitterschauer teilweise die Sichtverhältnisse. Doch selbst bei wechselhaftem Wetter hat die Landschaft ihren Reiz. Der Duft der frischen Bergluft und die beeindruckenden Wolkenformationen verleihen dem Tag eine besondere Note. Diese Tour ist nicht nur eine Reise durch die Natur, sondern auch eine Einladung, die Seele baumeln zu lassen und die Schönheit des Allgäus zu entdecken.
Die Geschichte des Rohrmoos: Ein Dornröschen-Tal bei Oberstdorf
Wer von Oberstdorf aus in das Rohrmoos-Tal eintaucht, begibt sich auf eine Reise in eine Welt der Stille und Ursprünglichkeit. Das Rohrmoos, eine kleine, idyllische Talschaft westlich von Oberstdorf, ist bekannt für seine abgeschiedene Schönheit und seine reiche Geschichte, die es zu einem ganz besonderen Ort im Allgäu macht.
Die Anfänge im Mittelalter
Die Geschichte des Weilers Rohrmoos reicht weit zurück. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes datiert auf das Jahr 1361. Damals bestand die Siedlung aus einigen Bauernhöfen, die das ganze Jahr über bewohnt waren und von der Viehzucht lebten. Im 16. Jahrhundert erwarb die fürstliche Familie von Waldburg-Wolfegg das gesamte Tal, das bis heute in ihrem Besitz ist.
Die älteste Holzkapelle Süddeutschlands
Ein einzigartiges Juwel des Rohrmoos ist die Kapelle St. Anna. Sie wurde im Jahr 1568 von Truchsess Jakob von Waldburg-Wolfegg erbaut und gilt als die älteste Holzkapelle Süddeutschlands. Ihr Inneres ist mit beeindruckenden, gut erhaltenen volkstümlichen Fresken geschmückt, die sie zu einem seltenen kulturhistorischen Kleinod machen. Die Kapelle ist ein stiller Zeitzeuge der langen Geschichte des Tals und ein Ort der Besinnung für Wanderer und Besucher.
Rohrmoos heute: Ein Paradies für Naturfreunde
Anders als die belebten Haupttäler Oberstdorfs hat sich das Rohrmoos seine Ursprünglichkeit bewahrt. Das Tal ist nur über eine mautpflichtige Straße erreichbar und für den motorisierten Verkehr ab dem Weiler gesperrt. Das macht es zu einem idealen Ort für alle, die Ruhe und Natur suchen.
Im Sommer ist das Rohrmoos ein Wander- und Radfahrparadies. Die Wege führen durch blühende Wiesen und vorbei an traditionellen Alpen, von denen einige bis heute bewirtschaftet werden. Eine geografische Besonderheit ist die europäische Wasserscheide, die unweit des Tals verläuft und das Wasser entweder über den Rhein in die Nordsee oder über die Donau ins Schwarze Meer leitet.
Im Winter wird das Rohrmoos zu einem echten Geheimtipp für Langläufer. Aufgrund seiner Lage und den hohen Schneefällen gilt es als besonders schneesicher und bietet ein weitläufiges Loipennetz.
Das Rohrmoos ist mehr als nur ein Wandergebiet – es ist ein Ort, an dem die Zeit scheinbar stillgestanden hat. Es lädt dazu ein, dem Alltag zu entfliehen und die reine Schönheit der Allgäuer Bergwelt zu entdecken.