Entspannung am Windebyer Noor: Ein Naturparadies bei Eckernförde
Mein Tag in Eckernförde begann ganz entspannt in der Ferienwohnung. Nach einem leckeren Frühstück zog es mich direkt in die Natur: zum Windebyer Noor. Dieser Ort ist wirklich ein kleines Paradies für alle, die Ruhe und Natur pur suchen.
Wandern und Entdecken am Noor
Der Spaziergang entlang des Wassers war die perfekte Auszeit. Umgeben von Wasser und Wald bot die friedliche Landschaft eine wunderbare Kulisse für meine Wanderung. Man kann hier die Natur in vollen Zügen genießen, die frische Luft einatmen und mit etwas Glück sogar Tiere beobachten. Die Rundtour um das Noor ist etwa 10 Kilometer lang und lässt sich in rund drei Stunden gemütlich bewältigen. Es ist eine ideale Strecke für eine Wanderung oder auch eine Radtour.
Das Windebyer Noor ist nicht nur ein Ort der Erholung, sondern auch ein wichtiger Lebensraum für viele Vogelarten, was es besonders für Naturbeobachter interessant macht.
Der Weiße Stein: Ein Überbleibsel der Eiszeit
Ein echtes Highlight auf der Tour war die Entdeckung des Weißen Steins. Dieser beeindruckende, rosafarbene Granitbrocken ist ein echter Zeitzeuge, der während der Eiszeit aus dem schwedischen Värmland hierhergewandert ist. Mit seinen 48 Tonnen gehört er zu den schwersten Findlingen in ganz Schleswig-Holstein. Es war faszinierend, vor so einem Natur-Schwergewicht zu stehen und seine Geschichte zu erahnen.
Der Windebyer Noor ist ein Ort, der Erholung, Naturerlebnisse und sogar spannende geologische Geschichten miteinander verbindet. Ich kann eine Wanderung hier wirklich jedem ans Herz legen.
Infos:
Das Windebyer Noor: Ein eiszeitliches Erbe mit bewegter Geschichte
Das Windebyer Noor ist ein faszinierendes Gewässer, dessen Geschichte tief in der Geologie und der menschlichen Besiedlung der Region verwurzelt ist. Das Wort "Noor" stammt aus dem Dänischen und bedeutet so viel wie "enger Fjord" oder "Bucht" – ein Hinweis auf die besondere Entstehung des Sees.
Entstehung in der Eiszeit
Die Wiege des Windebyer Noors liegt in der letzten großen Eiszeit, der Weichsel-Eiszeit. Vor rund 12.000 Jahren zogen sich die gewaltigen Eismassen zurück und hinterließen eine charakteristische Landschaft aus Moränenhügeln und Schmelzwasserseen. Das Windebyer Noor entstand in einer solchen Rinne, die von einer Gletscherzunge ausgeschabt wurde. Ursprünglich war das Noor eine tief eingeschnittene Bucht der Eckernförder Bucht und somit direkt mit der Ostsee verbunden.
Frühe Besiedlung und archäologische Funde
Dank dieser geschützten Lage war das Noor bereits in der Frühgeschichte ein attraktiver Siedlungsraum. Archäologische Funde aus der Stein- und Bronzezeit belegen, dass sich hier Jäger, Sammler und später sesshafte Bauern niederließen. Ein besonders spektakulärer Fund, der international Bekanntheit erlangte, ist das Mädchen von Windeby, eine Moorleiche aus dem 1. Jahrhundert, die in einem nahegelegenen Moor entdeckt wurde. Dieser Fund gibt einen einzigartigen Einblick in das Leben der Menschen in der Eisenzeit.
Vom Fjord zum Binnensee
Über Jahrtausende hinweg wurde die schmale Verbindung zur Eckernförder Bucht durch aufgespülten Sand und Kies zunehmend verengt. Die Bewohner nutzten diese natürliche Barriere. Im Laufe des 19. und frühen 20. Jahrhunderts wurde die Verbindung schließlich vollständig getrennt, um das Areal zwischen dem Binnenhafen und dem Noor für die städtische Entwicklung zu nutzen. Auf den neuen Flächen entstanden unter anderem Gewerbebetriebe.
Die "Nooröffnung": Ein Projekt der Gegenwart
Nach Jahrzehnten der Trennung erlebt das Windebyer Noor derzeit eine Renaissance. Die Stadt Eckernförde plant ein aufwendiges, mehrjähriges Projekt, um das Noor und den Hafen durch einen Kanal wieder miteinander zu verbinden. Ziel der "Nooröffnung" ist es, die Wasserqualität zu verbessern, neue Lebensräume für Tiere zu schaffen und die Attraktivität der Stadt für Einwohner und Besucher zu steigern.
Das Windebyer Noor steht somit exemplarisch für eine Kulturlandschaft, die seit Tausenden von Jahren eng mit den Kräften der Natur und den Bedürfnissen des Menschen verbunden ist. Es ist nicht nur ein idyllischer Ort der Erholung, sondern auch ein Geschichtsbuch in Wasser und Landschaft.