Wanderung von Kappeln nach Maasholm: Natur pur an der Schlei
Nach meiner Ankunft in Kappeln war die Frage: Schiff oder Wanderschuhe? Die Entscheidung fiel auf Letzteres, und so machte ich mich zu Fuß auf den Weg nach Maasholm, eine Strecke von rund 11 Kilometern. Es war die perfekte Wahl, um die Schönheit der Region ganz in Ruhe zu genießen.
Maasholm, ein kleiner, idyllischer Ortsteil von Kappeln, empfing mich mit seiner herrlich gelassenen, ländlichen Atmosphäre. Hier ticken die Uhren spürbar langsamer. Die unberührte Natur ringsum ist ein wahres Paradies für Naturliebhaber. Man spürt den starken Zusammenhalt der Menschen und die enge Verbundenheit mit der Natur an der Schlei.
Zurück in Kappeln: Maritimer Charme und kulinarischer Genuss
Von Maasholm aus nahm ich ganz bequem den Bus zurück nach Kappeln. Die charmante Stadt an der Schlei ist bekannt für ihre malerische Altstadt, den lebendigen Hafen und ihre reiche maritime Geschichte.
Nach so viel Bewegung hatte ich mir eine Stärkung verdient. Im Hafenrestaurant „Fährschänke“ am Hafen genoss ich ein leckeres Mittagessen, bevor ich die Rückreise nach Eckernförde antrat.
Die Region um Kappeln und Maasholm bietet unzählige Möglichkeiten, die Natur zu erkunden – ob bei einer Radtour, einem gemütlichen Spaziergang entlang der Schlei oder beim Wassersport. Ein Besuch hier ist Balsam für die Seele.
Infos:
https://www.faehrschaenke.de/startseite
https://www.touristikverein-kappeln.de/urlaub-in-kappeln/ueber-kappeln.html
Geschichte von Kappeln
- Ursprung: Kappeln hat seinen Namen vermutlich von einer Kapelle, die wohl im 12. Jahrhundert von Seefahrern erbaut wurde. Der Ort wurde erstmals 1357 urkundlich erwähnt.
- Fischerei und Seefahrt: Seit jeher war die Fischerei eine der wichtigsten Einnahmequellen. Der historische Heringszaun in der Schlei ist der letzte seiner Art in Europa und zeugt von dieser Tradition. Kappeln war auch eine bedeutende Hafenstadt und Brücke zwischen den Landschaften Angeln und Schwansen.
- Stadtentwicklung: Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg und der Annexion durch Preußen erhielt Kappeln 1870 das Stadtrecht. Im 19. Jahrhundert wurde der Segelschifffahrt zunehmend durch Dampfschiffe und den Bau von Brücken Konkurrenz gemacht.
- Wahrzeichen: Zu den historischen Wahrzeichen zählen die St. Nikolaikirche (ein spätbarocker Bau aus dem 18. Jahrhundert) und die Mühle Amanda (eine holländische Windmühle von 1888), die heute als Touristeninformation dient.
- Militärische Geschichte: In der jüngeren Geschichte war Kappeln auch ein wichtiger Garnisonsstandort der Marine, was zur Schließung des Marinestützpunktes Olpenitz im Jahr 2006 führte, auf dessen Gelände heute der Ferienpark Port Olpenitz entsteht.
Geschichte von Maasholm
- Eine ehemalige Insel: Der Name Maasholm leitet sich von "Maas" (sumpfiges Land) und "Holm" (von Wasser umgebene Anhöhe oder Insel) ab. Maasholm war ursprünglich eine Insel. Die heutige Halbinsel ist nur über einen Damm mit dem Festland verbunden.
- Fischerdorf mit Tradition: Maasholm entstand im 17. Jahrhundert aus einer Fischersiedlung. Wegen wiederholter Sturmfluten und Überschwemmungen wurde das ursprüngliche Dorf Maas um 1701 auf das heutige, höher gelegene Gebiet verlegt.
- Fischerei und Seefahrt: Die Geschichte Maasholms ist untrennbar mit der Seefahrt und Fischerei verbunden. Lange Zeit war das Meer die einzige Lebensgrundlage. Im 19. Jahrhundert florierte auch der Handel, und das Dorf besaß eine stattliche Handelsflotte.
- Kulturelles Erbe: Maasholm hat seinen traditionellen Charakter bis heute bewahrt. Die reetgedeckten Häuser und die alten Kahnstellen, die teilweise unter Denkmalschutz stehen, verleihen dem Dorf eine besondere Atmosphäre.
- Eigene Kirche: Historisch gehörten die Maasholmer zur Kirchengemeinde Kappeln und mussten für Gottesdienste und Beerdigungen über die Schlei fahren. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Wunsch nach einer eigenen Kirche, der Petri-Kirche, realisiert.