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Neustadt an der Weinstraße


Ein perfekter Tag in der Pfalz: Von Neustadt bis zur Wachtenburg


​Was für ein Tag! Wir haben die Pfalz von ihrer schönsten Seite erlebt und unsere Entdeckungstour in Neustadt an der Weinstraße begonnen. Die Stadt, die nicht umsonst als das Herz der Deutschen Weinstraße gilt, hat uns sofort in ihren Bann gezogen.


​Neustadt: Ein Stück Geschichte und lebendige Gegenwart


​Wir sind durch die kleinen, verwinkelten Gassen geschlendert und haben die gut erhaltenen Fachwerkhäuser bewundert – es fühlt sich an wie eine Zeitreise! Besonders beeindruckend war der historische Marktplatz mit dem imposanten Rathaus. Ein echtes Highlight ist die majestätische Stiftskirche mit ihren zwei ungleichen Türmen, die das Stadtbild prägt. Wussten Sie, dass die Altstadt von Neustadt zu den am besten erhaltenen in ganz Deutschland gehört? Es ist kein Wunder, dass die Stadt im Jahr 2025 ihr großes Jubiläum "750 Jahre Stadtrechte" feiert!

​Nach einem ausgiebigen Bummel haben wir uns im Marktcafé gestärkt – eine perfekte Pause, bevor unser nächstes Abenteuer begann.


​Wanderung zur Wachtenburg:


Ein unvergesslicher Ausblick

​Gestärkt ging es weiter nach Wachenheim an der Weinstraße. Vom Bahnhof aus starteten wir unsere kleine Wanderung.




Neustadt an der Weinstraße: Mehr als nur Wein


​Neustadt an der Weinstraße, oft als das "Herz der Pfalz" bezeichnet, ist nicht nur ein Zentrum des deutschen Weinbaus, sondern auch ein Ort von großer historischer Bedeutung. Seine Geschichte ist eng mit den Geschehnissen der Pfalz und der Entwicklung der deutschen Demokratie verbunden.


Von der "neuen Stadt" zur Kurfürstenresidenz


​Die Stadtgründung erfolgte um das Jahr 1220 als geplante Siedlung, weshalb sie auch den Namen "Nova civitas" (neue Stadt) erhielt. Am 6. April 1275 erhielt Neustadt von König Rudolf von Habsburg die Stadtrechte. Dies war der offizielle Beginn einer beeindruckenden Entwicklung, die Neustadt zu einem wichtigen Handels- und Verwaltungszentrum der Kurpfalz machte.

​Die Stiftskirche auf dem Marktplatz, ein Meisterwerk der Gotik, zeugt von dieser Zeit. Sie wurde als Grablege für die Pfalzgrafen geplant und ist bis heute ein imposantes Wahrzeichen der Stadt. Im 16. Jahrhundert war Neustadt sogar kurzzeitig Universitätsstadt, als Pfalzgraf Johann Casimir eine calvinistisch-theologische Hochschule gründete, das Casimirianum.


​Die Wiege der deutschen Demokratie


​Neustadt an der Weinstraße ist untrennbar mit einem der wichtigsten Ereignisse in der deutschen Demokratiegeschichte verbunden: dem Hambacher Fest von 1832. Auf dem nahegelegenen Hambacher Schloss versammelten sich über 30.000 Menschen, um für nationale Einheit, Freiheit und bürgerliche Rechte zu demonstrieren.

​Dieses Fest gilt als die "Wiege der deutschen Demokratie" und die Farben Schwarz, Rot und Gold, die hier weithin sichtbar getragen wurden, sind bis heute die Farben der Bundesrepublik Deutschland. Das Hambacher Schloss ist heute eine Gedenkstätte und ein Symbol für die demokratischen Bestrebungen des deutschen Volkes.


Krieg, Wiederaufbau und die Weinstraße


​Im Laufe ihrer Geschichte wurde Neustadt mehrmals zerstört, unter anderem im Dreißigjährigen Krieg und im Pfälzischen Erbfolgekrieg. Jedes Mal wurde die Stadt jedoch wieder aufgebaut, und die malerische Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und historischen Plätzen spiegelt diese Resilienz wider.

​Im Jahr 1935 erhielt die Stadt den Namen "Neustadt an der Weinstraße", nachdem die Deutsche Weinstraße als Tourismusroute ins Leben gerufen wurde. Seitdem ist die Stadt nicht nur politisches, sondern auch das kulturelle Herz des Weinanbaus in der Pfalz. Hier wird alljährlich die Deutsche Weinkönigin gekrönt.

​Die Geschichte Neustadts an der Weinstraße ist eine Geschichte des steten Wandels, des Kampfes für Ideale und der tiefen Verbundenheit mit dem Wein. Diese reiche Vergangenheit macht die Stadt zu einem faszinierenden Ort, der weit mehr zu bieten hat als nur guten Wein.