Gestern habe ich einen wirklich nachdenklich stimmenden Ort in Berlin besucht: die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen in der Genslerstraße 66. Das Gelände war von 1951 bis 1989 die zentrale Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit der DDR. Es ist kaum vorstellbar, dass Tausende politisch Verfolgte und Häftlinge hier unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert waren.
Das Besondere an einem Besuch hier ist die Möglichkeit, an einer der öffentlichen Führungen teilzunehmen. Der Rundgang dauert etwa 90 Minuten und ist nur so möglich, da das Gefängnis nur im Rahmen einer Führung betreten werden kann. Das macht das Erlebnis noch intensiver. Oft werden die Führungen von ehemaligen Häftlingen oder Historikern geleitet, was den Berichten eine unglaubliche Authentizität verleiht. Sie zeigen die original erhaltenen Zellen, Vernehmerräume und den sogenannten "U-Boot"-Keller, wo man die bedrückende Atmosphäre hautnah spürt.
Neben den Führungen gibt es auch eine kostenlose Dauerausstellung, die die Geschichte des Ortes beleuchtet. Sie erzählt von den Schicksalen der Inhaftierten und den Methoden des DDR-Geheimdienstes.
Ein Besuch in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen ist nicht einfach, aber ungemein wichtig. Es ist ein Ort der Erinnerung, der die Schatten der deutschen Diktatur greifbar macht und uns vor Augen führt, wie wichtig Freiheit und Demokratie sind.